Regionalnachrichten

Nordrhein-WestfalenSozialverband VdK erstreitet 51 Millionen Euro

03.07.2026, 05:03 Uhr
Immer-mehr-Menschen-muessen-um-ihr-Rechte-kaempfen-etwa-bei-der-Antragstellung-der-Finanzierung-von-Leistungen-oder-Pflegegradeinstufungen

Der VdK setzt sich für politische Reformen ein, um soziale Sicherheit und Teilhabe zu stärken. Warum viele Mitglieder des Sozialverbands um ihre Rechte kämpfen müssen.

Bonn (dpa/lnw) - Der Sozialverband VdK hat im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen knapp 51 Millionen Euro an Nachzahlungen für seine Mitglieder erstritten. Damit sei der bisherige Höchstwert von 48,6 Millionen Euro aus dem Jahr 2024 übertroffen, teilte der VdK in Bonn mit.

Die Rekordsumme geht auf mehr als 33.000 Klage- und Widerspruchsverfahren zurück, mit denen der Verband Ansprüche gegenüber Behörden und Sozialversicherungsträgern durchgesetzt hat.

Immer mehr Menschen müssten um ihr Recht kämpfen, und das sei häufig ohne professionelle Hilfe kaum zu bewältigen, sagte VdK-Präsident Horst Vöge. Viele Ratsuchende stünden vor erheblichen Hürden, etwa bei der Antragstellung, der Finanzierung von Leistungen oder der Einstufung durch den Medizinischen Dienst.

Kritik an langen Verfahren

Der VdK kritisierte die zunehmende Dauer der Verfahren. Vor den Sozialgerichten betrage die durchschnittliche Verfahrensdauer rund 16 Monate. Selbst Verfahren zur Anerkennung einer Schwerbehinderung nähmen im Schnitt etwa neun Monate in Anspruch.

"Wir spüren die Unzufriedenheit unserer 425.000 Mitglieder, die immer länger auf Entscheidungen warten müssen und dadurch zermürbt werden", sagte Vöge. Hoffnung mache ihm jedoch, dass das Landessozialgericht und die Sozialgerichte für 2027 einen deutlich höheren Personalbedarf angemeldet hätten.

Warnung vor Armut von Pflegehaushalten

Im Rahmen des Verbandstags wollen die Delegierten aus ganz NRW eine "Bonner Erklärung" für einen starken Sozialstaat verabschieden. Angesichts wachsender sozialer Ungleichheit und wirtschaftlicher Unsicherheiten fordert der VdK politische Reformen, bei denen soziale Sicherheit, gesellschaftliche Teilhabe und Zusammenhalt im Mittelpunkt stehen müssten.

Bei den aktuellen Reformprojekten der Bundesregierung in den Bereichen Pflege, Gesundheit und Rente sieht der Verband noch "erheblichen Änderungsbedarf". Mit den geplanten Einschnitten bei der Pflegeversicherung wird nach Ansicht des VdK das ursprüngliche Ziel, Pflegehaushalte vor Armut zu schützen, endgültig aufgegeben.

Quelle: dpa

Regionales