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Nordrhein-WestfalenTrinkwasser wird knapp: Strenge Regeln in vier OWL-Kommunen

23.06.2026, 13:10 Uhr
Trinkwasser-soll-in-vier-Gemeinden-im-Nordosten-NRWs-nur-noch-zum-Kochen-Trinken-sowie-zum-Duschen-und-Waschen-verwendet-werden

Weil Sparappelle nicht ziehen und die Wasserspeichermengen immer weiter sinken, ziehen vier Gemeinden im Nordosten NRWs andere Seiten auf: Den Garten wässern oder einen Pool befüllen wird verboten.

Hille (dpa/lnw) - Weil bei der tagelangen Hitze zu viel Trinkwasser verbraucht wird, verbieten vier Kommunen in Ostwestfalen jegliche nicht notwendige Nutzung. Ab Mittwoch gilt in Hille, Hüllhorst, Bad Oeynhausen und Löhne eine Verordnung, die etwa die Trinkwassernutzung zum Rasensprengen, Autowaschen oder Poolbefüllen untersagt, wie der Wasserbeschaffungsverband (WBV) "Am Wiehen" mitteilt. Die entsprechenden Verordnungen wurden nun in den Amtsblättern veröffentlicht.

Es dürfe nur noch zum Kochen, Trinken und für die persönliche Hygiene genutzt werden. Die Verordnung untersagt dagegen Ziergärten, Rasen oder Hofflächen zu bewässern, Autos zu waschen oder private Schwimmbecken oder Zisternen zu füllen. Verstöße könnten von den Ordnungsämtern mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

Regeln können noch über Hitzeperiode hinaus andauern

Hintergrund sei ein anhaltend hoher Trinkwasserverbrauch, der trotz vorangegangener Sparappelle nur wenig reduziert worden sei. Dies habe dazu geführt, dass die Hochbehälterstände des Wasserversorgers kontinuierlich sinken, weil mehr Wasser entnommen werde als durch eigene Förderung und Zulieferung nachfließen könne, so der Wasserversorger. Sinke die Füllmenge unter einen kritischen Wert, könne die Wasserversorgung zusammenbrechen, heißt es im Amtsblatt.

Wie lange der Ausnahmezustand gelten soll, ist offen. Die Lage werde täglich neu bewertet. Weil die Gesamtsituation aufgrund dauerhaft geringerer Trinkwassermengen einzelner Zulieferer auch ohne die aktuellen Spitzenverbräuche angespannt sei, könne die Verordnung auch "weit über die akute Hitzeperiode bestehen bleiben", heißt es beim WBV "Am Wiehen".

Trinkwassersituation in vielen OWL-Gemeinden angespannt

In Ost-Westfalen setzen mehrere Wasserversorger auf sogenannte Trinkwasserampeln, um die Bürgerinnen und Bürger bei drohender Knappheit zum richtigen Verhalten anzuhalten. In Bielefeld, Minden, Rheda-Wiedenbrück, Geseke oder Rietberg zeigt beispielsweise eine auf Gelb geschaltete Ampel aktuell eine angespannte Trinkwasserversorgung an.

Es wird zum Sparen aufgerufen. In den vier Gemeinden Hille, Hüllhorst, Löhne und Bad Oeynhausen im Nordosten NRWs stand die Ampel bereits seit mehreren Tagen auf Rot.

Doch der damit verbundene Appell auf nicht notwendige Nutzung zu verzichten, habe nicht ausreichend gewirkt. "Die Verbrauchsmengen haben ein Niveau erreicht, das sich allein über Freiwilligkeit nicht mehr beherrschen lässt", so Michael Kasche, Bürgermeister in Hüllhorst und Vorsteher im Wasserbeschaffungsverband. "Wir müssen die Versorgung für alle schützen - und das geht jetzt nur noch mit verbindlichen Regeln für alle."

Quelle: dpa

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