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Nordrhein-WestfalenVermieterin erstochen - Angeklagter schweigt zu Mordvorwurf

20.04.2026, 15:28 Uhr
Der-Angeklagte-muss-sich-vor-dem-Hagener-Schwurgericht-verantworten

Im Streit um Mietschulden soll ein 61-jähriger Mann in Schalksmühle seine Vermieterin erstochen haben. Zu Prozessbeginn in Hagen spricht er mit den Richtern - aber nicht über die Vorwürfe.

Hagen (dpa/lnw) - Am Hagener Schwurgericht hat am Montag der Mordprozess gegen einen 61-Jährigen aus Schalksmühle begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, im Oktober 2025 seine Vermieterin erstochen zu haben. Der Ehemann der Getöteten überlebte den Angriff schwer verletzt.

Morgens an der Tür geklingelt

Laut Anklage klingelte der 61-jährige Deutsche am frühen Morgen an der Tür seiner Vermieter und rief diesen zu, dass er seine Mietschulden bezahlen wolle. Als daraufhin die Tür geöffnet wurde, soll der Angeklagte den Vermieter demnach sofort in den Flur gestoßen und mit einem Messer angegriffen haben. Kurz danach soll er dann auch auf die Vermieterin eingestochen haben.

Während die Frau noch am Tatort starb, konnte das Leben des Mannes mit einer Notoperation gerettet werden. Zu den eingesetzten Polizeibeamten soll er vor seinem Transport ins Krankenhaus immer wieder gesagt haben: "Hätte ich doch bloß nicht die Tür aufgemacht."

Ärzten von Geldnot berichtet

Der Angeklagte beabsichtigt, sich vor Gericht nicht zu der Tat und einem möglichen Motiv zu äußern. Stattdessen ließ er sich von den Richtern aber ausführlich zu seinem bisherigen Lebensweg befragen. Er sei ausgebildeter Facharbeiter für Landwirtschaft und lebe seit Mitte der 1990er Jahre in Schalksmühle und Umgebung, sagte er. Zuletzt sei er aber immer mal wieder länger krank gewesen.

Eine psychiatrische Klinik hat bestätigt, dass sich der 61-Jährige bis wenige Wochen vor der Bluttat in stationärer Behandlung befunden hat. Den Ärzten soll er von massiver Geldnot berichtet haben, weshalb er auch schon Suizidgedanken gehabt habe.

"Wirkte ruhig und gefasst"

Am ersten Verhandlungstag gaben mehrere Polizeibeamte an, dass sich der Angeklagte direkt nach der Tat widerstandslos festnehmen ließ. "Er wirkte ruhig und sehr gefasst", sagte ein Zeuge.

Für den Prozess hat das Hagener Schwurgericht vorerst noch sieben Verhandlungstage bis Mitte Juni angesetzt.

Quelle: dpa

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