Nordrhein-WestfalenWaldbrandgefahr steigt rasant

Schon eine kleine Ursache kann einen riesigen Schaden bewirken. In den Wäldern nimmt die Trockenheit täglich zu. Was deshalb jetzt besonders wichtig ist.
Münster/Essen (dpa/lnw) - Die Waldbrandgefahr steigt in Nordrhein-Westfalen in den kommenden Tagen rasant an. Der Landesbetrieb Wald und Holz stellt sich darauf ein, dass die höchste Waldbrandstufe 5 bereits am Wochenende erreicht werden könnte nach niedrigen Gefahrenstufen zu Wochenbeginn.
Laut Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes werden aktuell für NRW am Mittwoch die Stufen 2 und 3 vorhergesagt. Am Donnerstag steigt die Gefahr auf Stufe 4 in einigen Regionen an. Die Stufe 4 wird teilweise auch am Freitag und Samstag erwartet. Für Sonntag liegt noch keine Prognose vor.
Was gilt es zu beachten?
Ob Grill oder Lagerfeuer - offenes Feuer ist im Wald und im Abstand von 100 Metern zum Wald verboten.
Rettungswege wie Waldwege und Waldzufahrten müssen frei bleiben, mahnt der Landesbetrieb gerade in diesen Tagen.
Heißer Auspuff ist eine weitere Gefahr. Kraftfahrzeuge dürfen deshalb nur auf befestigten Flächen abgestellt werden.
Glimmende Kippen lösen immer wieder Waldbrände aus, erklärt der Landesbetrieb und appelliert: Keine Zigaretten entlang von Straßen und Wegen wegwerfen.
Im Wald gilt vom 1. März bis zum 31. Oktober ein gesetzliches Rauchverbot.
Sind auch meine Augen und meine Nase gefragt?
Jeder kann eine Waldbrandwache sein, unterstreicht der Landesbetrieb. Nicht nur Profis seien bei der Früherkennung gefragt, sondern auch Spaziergänger und Radfahrer. "Wer Rauchgeruch wahrnimmt oder gar Flammen im Wald erkennt, sollte daher nicht zögern und sofort die 112 anrufen", heißt es.
Eigene Löschversuche sollten nur bei kleinsten Entstehungsbränden unternommen werden. "Ist das Feuer erst einmal richtig entfacht, sind Löschversuche oft wenig hilfreich. Stattdessen sollten alle den Gefahrenort zügig verlassen und einen Notruf absetzen", erklärt der Landesbetrieb.
Wo gibt es Feuerwächter?
Der kommunale Regionalverband Ruhr betreibt einen Verbund von drei Feuerwachtürmen am nördlichen Rand des Ruhrgebietes, die 35 bis 39 Meter hoch sind und Besuchern offen stehen. Zwischen März und Oktober sind sie ab Waldbrandstufe 3 von 11.00 bis 19.00 Uhr mit Feuerwächtern besetzt. Meist sind es Rentner oder Pensionäre. Als Saisonkräfte sind auch Studenten im Einsatz.
An nur noch wenigen Orten wie diesem wachen in Deutschland Menschen auf Türmen, um Großschäden abzuwenden. In immer mehr besonders gefährdeten Wäldern werden Kameras beziehungsweise Sensoren installiert. In anderen Regionen halten Piloten bei sehr hoher Waldbrandgefahr aus der Luft Ausschau.
In Wesel am Niederrhein ist die erste "Fire Watch"-Zentrale NRW angesiedelt. Mit Hilfe von acht Kameras überwacht ein Mitarbeiter am Bildschirm 62.000 Hektar Waldfläche. Meldungen des Systems mit Künstlicher Intelligenz (KI) würden ausgewertet und Verdachtsfälle der Feuerwehr weitergeleitet.
Was passiert bei hoher Gefahr noch?
Die Forstämter gehen in der Regel in eine Rufbereitschaft rund um die Uhr, wie eine Sprecherin des Landesbetriebs erklärt. Auch Gänge durch das Revier gehörten dazu, um Ausschau zu halten. Für Brände in schwer zugänglichen Arealen ist ein spezielles Löschfahrzeug im Arnsberger Wald stationiert.