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Nordrhein-WestfalenWestfälische Kirche beschließt Auftrag für Aufarbeitung

19.01.2024, 13:37 Uhr

Bielefeld (dpa/lnw) - Nach dem Rücktritt von Präses Annette Kurschus im Zusammenhang mit einem Verdachtsfall auf sexualisierte Gewalt in Siegen hat die Evangelische Kirche von Westfalen nun wie angekündigt eine externe Untersuchung beschlossen. "Die Prüfung wird einer Kanzlei übertragen, die von der Fachstelle Sexualisierte Gewalt der EKD für Aufarbeitungsprozesse empfohlen wird", hieß es in einer Mitteilung der Kirche mit Sitz in Bielefeld am Freitag.

Neben der noch laufenden strafrechtlichen Prüfung der Staatsanwaltschaft soll die Studie weitere rechtliche Fragen mit Blick auf das Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt sowie disziplinar und arbeitsrechtlichen Aspekte prüfen. Auf Grundlage des Ergebnisses sollen notwendige Verfahren geführt werden, hieß es.

Zusätzlich soll der Siegener Interventionsfall aus sozial- und kommunikationswissenschaftlicher Sicht aufgearbeitet werden. "Ich begrüße die Beschlussfassung der Kirchenleitung der EKvW, unabhängig, extern und mit fachlicher Expertise alle Vorgänge um die Fälle sexualisierter Gewalt im Kirchenkreis Siegen und die damit verbundenen Prozesse sowie die daraus resultierenden Folgen umfassend aufzuarbeiten", wird Annette Kurschus zitiert. Das entspreche dem von ihr auch schon als Präses formulierten Anliegen und Anspruch auf umfängliche unabhängige Aufklärung.

Die Theologin war im November 2023 von ihren Ämtern als Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und als Präses der Westfälischen Landeskirche zurückgetreten. Zuvor waren gegen sie Vorwürfe erhoben worden, sie habe seit vielen Jahren vom Verdacht eines sexuell übergriffigen Verhaltens eines damaligen Kirchenmitarbeiters gewusst und nicht adäquat reagiert. Kurschus hatte ihren Rücktritt mit einem öffentlichen Vertrauensverlust begründet, zugleich aber mit Blick auf die Vorwürfe betont: "In der Sache bin ich mit mir im Reinen."

Quelle: dpa

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