Rheinland-Pfalz & Saarland"Die Trauer bleibt" - Polizei gedenkt ermordeten Polizisten

Der Mord an zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle in der Westpfalz hat vor vier Jahren bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Opfer sind unvergessen.
Kusel (dpa/lrs) - Vier Jahre nach dem Mord an zwei jungen Polizisten bei Kusel gedenkt die Polizei der Opfer. "Der 31. Januar ist und bleibt ein Tag, der sich unauslöschlich in das kollektive Gedächtnis der Polizei Rheinland-Pfalz eingebrannt hat", teilte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit. "Unsere Trauer bleibt. Unser Gedenken bleibt."
Die 24 Jahre alte Polizeikommissaranwärterin und der 29 Jahre alte Polizeikommissar waren am 31. Januar 2022 bei einer nächtlichen Verkehrskontrolle von einem Wilderer erschossen worden. "Yasmin und Alexander wurden aus dem Leben gerissen, während sie ihren Dienst versahen." Das bleibe bis heute unfassbar.
"Polizeifamilie gedenkt in Stille"
"Es gibt Tage, an denen die Worte nicht ausreichen. Tage, an denen wir spüren, wie sehr ihr fehlt", teilte Polizeipräsident Hans Kästner vom Polizeipräsidium Westpfalz in Kaiserslautern zum Jahrestag mit. "Jeden Tag, wenn wir unsere Uniform anziehen, denken wir an euch. An euren Mut, eure Entschlossenheit und eure Menschlichkeit."
Im Namen der Mitarbeiter der Polizei werde Kästner die letzten Ruhestätten der Polizeikommissaranwärterin und des Polizeikommissars im Saarland besuchen und Blumen ablegen. "Die Polizeifamilie gedenkt in Stille", hieß es in einer Mitteilung.
Der Täter wurde im November 2022 wegen zweifachen Mordes rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt. Zudem stellte das Landgericht Kaiserslautern die besondere Schwere der Schuld fest.
GdP: Angriffe gehören heute oft zum Alltag
Der Jahrestag mahne nicht nur zur Erinnerung, sondern auch zur ehrlichen Auseinandersetzung mit der Realität des Polizeiberufs, teilte die Gewerkschaft weiter mit. Für viele Kolleginnen und Kollegen gehörten körperliche Angriffe, Bedrohungen und Respektlosigkeiten zum dienstlichen Alltag. "Diese Entwicklung darf nicht zur Normalität werden."
Der Staat trage eine besondere Verantwortung für diejenigen, die ihn täglich sichtbar vertreten. "Schutz, Rückhalt und Wertschätzung dürfen keine leeren Worte sein", teilte die Gewerkschaft mit. "Sie müssen sich spürbar in Ausstattung, Personal, Ausbildung, Training und Fürsorge widerspiegeln."