Rheinland-Pfalz & SaarlandEinigung im Tarifstreit im öffentlichen Nahverkehr

Nach mehreren Warnstreiks stand ein unbefristeter Streik im Saar-ÖPNV im Raum. Doch dann kam der Durchbruch. Der neue Tarifvertrag steht.
Saarbrücken (dpa/lrs) - Im Saarland sind weitere Streiks bei Bus und Saarbahn vom Tisch. Nach fünf intensiven Verhandlungsrunden und einem langen Ringen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf einen Kompromiss geeinigt, wie der kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Saar in Saarbrücken mitteilte.
Der Tarifabschluss habe eine Laufzeit bis Ende 2028 sowie bis Ende 2029 für die sogenannten Mantel-Regelungen, also die weiteren Arbeitsbedingungen.
Kernpunkte der Einigung sind demnach unter anderem eine Gehaltssteigerung von insgesamt mehr als 8,5 Prozent (aufsummiert) bei einer Laufzeit von 36 Monaten bis 31. Dezember 2028.
Verbesserungen gebe es auch für Azubis und Berufseinsteiger, zum Beispiel bei Busfahrern mit Steigerungen des Anfangsgehalts um mehr als neun Prozent, teilte der KAV mit. Bei der Nachtarbeit habe man sich auf höhere Zuschläge geeinigt. Ab 2028 soll es einen Extra-Urlaubstag geben.
Vorher standen öfter bei Warnstreiks Busse still
Gleichzeitig wurde eine Verhandlungszusage vereinbart: Sollte die Inflation im kommenden Jahr unerwartet stark ansteigen, gebe es 2028 Gespräche über mögliche Anpassungen, hieß es.
Im Tarifkonflikt hatte es seit Februar immer wieder Warnstreiks - teils mehrtägige - im ÖPNV im Saarland gegeben. In Folge stand der komplette kommunale Busverkehr still. Die Gewerkschaft Verdi hatte Verkehrsbetriebe in Saarbrücken, Neunkirchen, Völklingen, Saarlouis und Merzig mit rund 1.200 Arbeitnehmer zum Ausstand aufgerufen. Auch die Fahrer der Saarbahn streikten.
Vor der jetzigen Einigung hatte Verdi eine Urabstimmung für einen unbefristeten Streik gestartet: rund 90 Prozent der Mitglieder stimmten dafür. Bei der Einigung finde dieser natürlich nicht statt, sagte der Sprecher von Verdi.