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Rheinland-Pfalz & SaarlandJugendberufsagenturen im Ausbau - mehr Unterstützung vor Ort

15.08.2026, 03:32 Uhr
Die-neue-Chefin-der-Regionaldirektion-und-die-Arbeitsministerin-setzen-auf-Jugendberufsagenturen

Jugendliche in problematischen Situationen tun sich oft beim Einstieg ins Berufsleben schwer. Jugendberufsagenturen helfen. Die Chefin der Arbeitsagentur und die Arbeitsministerin wollen mehr davon.

Mainz (dpa/lrs) - Im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit sollen in Rheinland-Pfalz mehr Jugendberufsagenturen helfen. Das kündigten die neue Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland der Bundesagentur für Arbeit, Ulrike Mohrs, sowie die neue Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz an.

Arbeitsagentur, Jobcenter sowie Kinder- und Jugendhilfe unterstützen in den sogenannten Jugendberufsagenturen unter einem Dach die jungen Menschen gemeinsam. Ziel ist es, die Integration in Ausbildung und Arbeitsmarkt zu verbessern und die Zahl junger Leute ohne Berufsausbildung zu senken.

Gerade für junge Erwachsene in einer schwierigen sozialen Lage, die etwa mit familiärer Gewalt, Schulden, Drogen oder Wohnungslosigkeit zu kämpfen haben, sind solche kurzen Wege nach Ansicht von Fachleuten hilfreich.

Junge Menschen Schritt für Schritt begleiten

"Ich bin absolute Verfechterin der Jugendberufsagentur, denn wenn die jungen Menschen von Pontius zu Pilatus laufen müssen, dann verlieren wir sie irgendwann", sagte Mohrs. In der Landeshauptstadt Mainz wurde 2007 die erste solche Agentur in Rheinland-Pfalz gegründet, sie war auch die erste ihrer Art in Deutschland.

"Es ist wichtig, dass die jungen Menschen wirklich im Berufswahlprozess begleitet werden und man Step by Step mit ihnen geht, um dann den richtigen Weg einschlagen zu können", sagte Mohrs, die als Koblenzer Bürgermeistern auch für Jugend und Soziales zuständig war. "Bei dem einen oder der anderen braucht das manche Schritte mehr und bei anderen geht das halt sehr schnell und stringent." Zahlen zur Vermittlung junger Menschen über die Jugendarbeitsagenturen gibt es nicht.

Ministerin will gegen Jugendarbeitslosigkeit vorgehen

Arbeits-, Sozial- und Jugendministerin Bätzing-Lichtenthäler will sich auch dafür stark machen, "dass es den Menschen besser gelingt, beruflich Fuß zu fassen, entweder in der Ausbildung oder im Arbeitsleben". "Wir haben leider auch Jugendliche im Land, die beruflich noch nicht ausreichend orientiert sind oder die vor besonderen persönlichen Herausforderungen stehen."

"Diese jungen Menschen finden daher auch oft nicht direkt einen Ausbildungsplatz", sagte die SPD-Politikerin. "Hier sollen die Jugendberufsagenturen gefördert werden, vor allem im ländlichen Raum, denn sie geben eine abgestimmte Unterstützung aus einer Hand."

Mehr Jugendberufsagenturen im ländlichen Raum

Das Land fördert derzeit nach eigenen Angaben elf Jugendberufsagenturen mit einem eigenen Ansatz. "Und wir wollen mehr", sagte Ministerin Bätzing-Lichtenthäler. Sie hat dabei besonders den ländlichen Raum im Blick.

"Das Besondere für den ländlichen Raum ist der aufsuchende Ansatz", sagte die SPD-Politikerin. "Dort geht man auch in der Fläche wirklich vor Ort und begleitet die Jugendlichen." Bei der Förderung der Jugendberufsagenturen könne auch auf Geld aus dem Europäischen Sozialfonds Plus zurückgegriffen werden.

Ministerin appelliert an Betriebe: Mehr Ausbildungsplätze sind nötig

Notwendig seien aber auch mehr Ausbildungsplätze, sagte Bätzing-Lichtenthäler mit Blick auf die Wirtschaft. Aktuell seien rund sieben Prozent weniger Ausbildungsplätze gemeldet worden als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. "Das kann man sicherlich auch aufgrund der wirtschaftlichen Situation teils nachvollziehen." Aber: "Wir brauchen die Fachkräfte und die fallen nicht vom Himmel."

Quelle: dpa

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