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Rheinland-Pfalz & Saarland Lokführer-Reserve soll künftig Zugausfälle verhindern

Ein Lokführer verlässt den Führerstand eines Regionalzuges der Deutschen Bahn. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild

(Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild)

Immer wieder können Züge nicht mit Fahrern besetzt werden - Verbindungen fallen aus. Bei der Vergabe von Strecken sind nun strengere Vorgaben geplant. Bleibt das Problem, dass es zu wenig Triebfahrzeugführer gibt, wie das Eisenbahnunternehmen Vlexx betont.

Kaiserslautern (dpa/lrs) - Angesichts der Zugausfälle wegen fehlender Lok- oder Triebfahrzeugführer in Rheinland-Pfalz sollen bei künftigen Vergaben von Strecken neue Vorgaben gemacht werden. Vorgesehen ist eine Art Personalreserve - Betriebsreserve genannt - sowie eine Ausbildungsquote, wie ein Sprecher des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz (SPNV) Süd am Donnerstag in Kaiserslautern erklärte. Darüber sei sich die Verbandsversammlung des SPNV Süd am Vortag einig gewesen. Details seien noch zu klären, auch mit Akteuren in Nachbarländern. Das vom Personalmangel selbst betroffene Unternehmen Vlexx hält davon nicht allzu viel. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.

Der SPNV Süd reagiert mit diesen geplanten Neuerungen für Vergabeverfahren auf die Tatsache, dass im Land zuletzt immer wieder Züge wegen fehlender Triebfahrzeugführer ausfallen mussten. So waren beispielsweise beim privaten Bahnunternehmen Vlexx unter anderem wegen der angespannten Personallage Züge wochenlang ausgefallen. Nach einer vorübergehenden Beruhigung habe sich die Lage bei Vlexx kürzlich zum Fahrplanwechsel wieder verschärft, heißt es in einer Vorlage zu dem Thema für die SPNV-Süd-Versammlung.

Probleme und ausgedünnte Fahrpläne gibt es unter anderem auf Linien, die zum sogenannten Elektronetz Saar zählen, die Vlexx übernommen hat. Das Unternehmen teilte Ende November mit, selbst mit Leih-Lokführern lasse sich der Engpass nicht überbrücken.

Ähnlich das Bild auf der linksrheinischen Mittelrheinstrecke, auf der das private Unternehmen Trans Region unterwegs ist. Auch hier gilt voraussichtlich noch bis zum Frühjahr 2020 wegen fehlender Lokführer ein ausgedünnter Fahrplan. Wegen der Ausfälle hatte Trans Regio schon finanzielle Einbußen hinnehmen und Strafen zahlen müssen.

Auch wenn die neue Ausbildungsquote sowie die Betriebsreserve nicht erfüllt werden, solle eine Pönale - eine Vertragsstrafe - fällig werden, sagte der Sprecher des SPNV Süd. Eine vorgeschriebene Reserve für Fahrzeuge gebe es bereits. "Jetzt erweitern wir das um das Personal", erklärte der Sprecher.

Eisenbahnverkehrsunternehmen in ganz Deutschland leiden unter dem Mangel an Lok- oder Triebfahrzeugführern, der Markt gilt als regelrecht leer gefegt. Die Allianz pro Schiene nennt den Fachkräftemangel gar eine der größten Herausforderungen für den Ausbau des Schienenverkehrs in Deutschland.

Die Unternehmen suchen mittlerweile auch nach Seiteneinsteigern. Die Deutsche Bahn bildet die beispielsweise in ihrem Trainingszentrum im hessischen Fulda aus. Vlexx teilte auf Anfrage mit, schon seit 2013 Quereinsteiger zu Triebfahrzeugführern auszubilden. Es habe sich aber gezeigt, dass in dem mehrstufigen Bewerbungsprozess letztlich nur ungefähr 15 Prozent der ursprünglichen Bewerber übrig blieben. "Das bedeutet, Fachkräfte in unserer Branche zu finden, bleibt weiterhin eine große Herausforderung", betonte eine Vlexx-Sprecherin. Eine Quote für Reserve-Triebfahrzeugführer löse nicht das Problem. "Denn auf dem Arbeitsmarkt gibt es aktuell generell zu wenig Triebfahrzeugführer."

SWR-Bericht

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