Rheinland-Pfalz & SaarlandMinister gegen schnelle Diskussion über Messerverbotszonen

Der tödliche Messerangriff auf einen Studenten in Trier vor einem Monat hat für Entsetzen gesorgt – auch bei Innenminister Schwickert. Bei der Frage nach Konsequenzen rät er zu Besonnenheit.
Mainz (dpa/lrs) - Der rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert hält nach der tödlichen Messerattacke auf einen Studenten in Trier eine schnelle Diskussion über mehr Messerverbotszonen oder regelhafte Videoüberwachung für wenig zielführend. "Das war auf einer öffentlichen Straße außerhalb der Universität, keine Veranstaltung, also normales Leben", sagt der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
In der Nähe des Universitätsgeländes in Trier war am 15. Juli ein 22 Jahre alter Mann erstochen worden. Tatverdächtig ist ein 22-Jähriger aus Afghanistan. Er soll den gleichaltrigen Studenten auf offener Straße angegriffen und tödlich verletzt haben – Täter und Opfer kannten sich nicht.
Wenn man eine solche Tat an jedem Ort verhindern wollte, müsste man das Mitführen von Messern generell verbieten – was für bestimmte Arten von Messern nach dem Waffengesetz sowieso schon verboten ist, sagte Schwickert. Dann stelle sich aber immer auch die Frage, wer das wie kontrollieren könne und welche Werkzeuge tabu sein müssten. Viele Menschen führten aus ganz unterschiedlichen Gründen etwa ein Schweizer Taschenmesser mit sich.
Pilotprojekt zur Videoüberwachung
Auch beim Thema Videoüberwachung warnte der Minister vor voreiligen Reaktionen. Aktuell laufe das Pilotprojekt am Exerzierplatz in Pirmasens. "Es geht zunächst darum, Erfahrungen zu sammeln", sagte er – ob etwa eine solche Überwachung das Verhalten der Menschen verändere.
Viel müsse bei dem Thema über die konkrete Umsetzung vor Ort diskutiert werden. Was könne der kommunale Vollzugsdienst, was der Ordnungsdienst übernehmen? Gleichzeitig dürften die bei einer Eskalation aber nicht alleingelassen werden, betonte Schwickert. "In der praktischen Umsetzung wird das wahrscheinlich eher an bestimmten Plätzen zu bestimmten Zeiten sein."
Die Frage sei, ob man aus dem Einzelfall in Trier direkt einen Rückschluss auf alles ziehen könne. Für ihn sei die Antwort darauf eindeutig. "Das geht nicht und ist nicht sinnvoll."