Regionalnachrichten

Rheinland-Pfalz & SaarlandNeues Wohnprojekt für obdachlose Frauen

30.04.2026, 15:50 Uhr
Nach-Angaben-des-Sozialdienstes-Katholischer-Frauen-Trier-nimmt-Obdachlosigkeit-bei-Frauen-zu-Symbolbild

Die Zahl obdachloser Frauen steigt. In Trier startet ein neues Wohnprojekt für Betroffene. Was dahintersteckt.

Trier (dpa/lrs) - Auch angesichts steigender Zahlen von Betroffenen geht in Trier ein neues Wohnprojekt für obdachlose Frauen an den Start. Die Frauen seien dort Untermieter, müssten zum Wohnen nur das bezahlen, was die Grundsicherung hergibt und würden von Fachkräften begleitet und betreut, sagte die Geschäftsführerin des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF), Regina Bergmann, in Trier.

Die Differenz zur Miete werde vom Projekt aus Sponsoringmitteln bezahlt. "Es geht darum, dass die Frauen systematisch auf den allgemeinen Wohnungsmarkt vorbereitet werden", sagte Bergmann. Zunächst seien zwei Wohnungen für vier Frauen vom SKF im Rahmen des Projekts "Frauen Wohnen in unserer Nähe" angemietet. Eine Erweiterung sei denkbar.

Bergmann sieht Obdachlosigkeit bei Frauen als wachsendes Problem. Der SKF betreibt in Trier auch einen offenen Treff für obdachlose und wohnungslose Frauen, das Café Haltepunkt. 2019 seien dort rund 200 Besucherinnen gekommen: Frauen, die keinen Mietvertrag hätten und auf der Straße lebten, sagte Bergmann. 2025 seien es 800 Frauen gewesen.

Land baut Hilfen für Wohnungslose aus

Laut Sozialministerium in Mainz waren in Rheinland-Pfalz Ende Januar 2025 rund 14.500 Personen wohnungslos, darunter etwa 6.000 Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl von untergebracht wohnungslosen Frauen um 105 Personen gestiegen. Als wohnungslos gilt, wer weder Eigentümer einer Wohnung ist, noch über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt.

Rheinland-Pfalz habe die Angebote in der Wohnungslosenhilfe, speziell auch für Frauen, in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut und finanziell gestärkt. Damit wurden Angebote weiterentwickelt, präventive Hilfen wie Fachberatungsstellen zur Wohnraumsicherung gestärkt und neue Ansätze wie "Housing First" unterstützt. Dabei werden Betroffene ohne Vorbedingungen direkt in eigenen Wohnraum vermittelt und begleitet.

Für Angebote der Wohnungslosenhilfe in der Zuständigkeit des Landes stehen 2026 rund 18 Millionen Euro im Landeshaushalt zur Verfügung, wie das Ministerium mitteilte.

Quelle: dpa

Regionales