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Rheinland-Pfalz & Saarland Noch ein Monat: Endspurt für große Römerausstellung in Trier

Marcus Reuter, Direktor des Rheinischen Landesmusems Trier.

(Foto: Birgit Reichert/dpa/Archivbild)

Die Ausstellung geht einem großen Rätsel der Weltgeschichte nach: Warum ist das Römische Reich, das kulturell so hoch entwickelt war, untergegangen? Die große Schau beginnt in einem Monat in Trier.

Trier (dpa/lrs) - Einen Monat vor dem Start der rheinland-pfälzischen Landesausstellung über den Untergang des Römisches Reiches laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Der Aufbau der Ausstellungsarchitektur sei in vollem Gange, sagte der Direktor des Rheinischen Landesmuseums Trier, Marcus Reuter, der Deutschen Presse-Agentur. Erste Exponate aus eigenen Beständen seien bereits in den Vitrinen oder freistehend montiert. Und der Fahrplan für die Ankunft der internationalen Leihgaben aus 20 Ländern stehe: Sie werden in den zwei Wochen vor dem Beginn der Ausstellung eintreffen, wie Reuter sagte.

Die Ausstellung "Der Untergang des Römischen Reiches" wird für Besucherinnen und Besucher vom 25. Juni bis 27. November in Trier zu sehen sein. Mehr als 700 Exponate von 130 Museen aus 20 Ländern werden an den drei Standorten Rheinisches Landesmuseum Trier, Stadtmuseum Simeonstift Trier und Museum am Dom gezeigt. Das Landesmuseum hat mit einer Fläche von 1000 Quadratmetern Ausstellung den größten Part, die beiden anderen Häuser sind mit jeweils 500 Quadratmetern dabei.

Das Interesse an der Römerschau sei groß, sagte Reuter. Es gebe schon mehr als 600 gebuchte Gruppenführungen in den Museen. "Der kulturelle Hunger ist nach Corona definitiv da." Im Landesmuseum werde die Ausstellung zu rund einem Viertel von eigenen Beständen bestritten - der Rest komme aus Museen wie dem Louvre in Paris, dem British Museum in London, den Vatikanischen Museen in Rom oder dem Kunsthistorischen Museum in Wien. "Das wird ganz großes Kino", sagte Reuter. Das Budget der Ausstellung beläuft sich auf mehr als fünf Millionen Euro, das Land ist mit 3,7 Millionen Euro dabei.

Auf kleinere Objekte aus der Eremitage im russischen St. Petersburg habe man nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine verzichtet, sagte Reuter. "Es waren verschmerzbare Sachen." Insgesamt wird mit mindestens 100 000 Besuchern gerechnet. Daneben ist ein buntes Begleitprogramm mit mehr als 300 Veranstaltungen geplant - von Vorträgen über Theater bis zu Workshops.

Besonders freue man sich auf "sehr interessante Objekte" aus Algerien und Tunesien, sagte Reuter. Unter anderem handele es sich um drei Holztäfelchen, auf denen Kaufverträge nach römischem Recht verfasst worden seien. Sie seien entstanden, nachdem die Römer Nordafrika aufgegeben hätten und Vandalen herrschten. Zusammen mit "tolle Mosaiken" und wertvoller Keramik aus jener Zeit zeigten die Täfelchen, dass das kulturelle Leben dort auch nach den Römern ungebrochen weiterging.

Das sei ein Gegensatz zu Mitteleuropa, wo es nach dem Untergang des Römischen Reiches plötzlich keine Steinbauweise, keine Glasfenster und kein fließend Wasser über Aquädukte mehr gab, sagte Reuter. Die Ausstellung im Landesmuseum zeige den Untergang auch farblich: Sie werde über die 14 Räume immer dunkler. "Die letzten Räume sind dann ganz schwarz", sagte er.

Trier hat sich als Standort für große Ausstellungen zur römischen Antike profiliert. Im Jahr 2007 zog eine Sonderschau über Kaiser Konstantin den Großen Tausende Besucherinnen und Besucher an, 2016 gab es eine Ausstellung zum römischen Kaiser Nero. Trier gilt als älteste Stadt Deutschlands und war einst größte Römermetropole nördlich der Alpen.

Quelle: dpa

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