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Rheinland-Pfalz & SaarlandSpäter Heimflug: Störche lassen mancherorts auf sich warten

21.02.2026, 03:31 Uhr
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Im Hauptüberwinterungsgebiet Spanien grassierte zuletzt die Vogelgrippe. Welche Folgen das für die Storchenpopulation in Rheinland-Pfalz hat, ist noch offen.

Mainz (dpa/lrs) - Die Störche in manchen Regionen von Rheinland-Pfalz sind in diesem Jahr später als sonst aus ihren Überwinterungsgebieten zurückgekehrt. Das teilte Jessica Lehmann, die Leiterin vom Storchenzentrum Bornheim mit. Für die Südpfalz lasse sich festhalten, dass die Zugvögel rund sieben Tage später eingetroffen seien. Zwar seien etliche Nester besetzt. Doch vor allem in Bornheim und Teilen der Südpfalz blieben viele Horste noch leer. In den vergangenen Jahren seien diese zu diesem Zeitpunkt oft belegt gewesen.

Ähnliche Rückmeldungen gebe es aus dem Rhein-Pfalz-Kreis und dem Hunsrück. Über die Ursachen könne derzeit nur spekuliert werden. Eine wichtige Rolle spielten Luftströmungen und Wetterbedingungen entlang der Zugroute, sagte Lehmann. Der Weißstorch ist als Segelflieger auf günstige Thermik und südliche Strömungen angewiesen, um energiesparend in seine Brutgebiete zurückzukehren. Diese Bedingungen habe es in den vergangenen Wochen zwar gegeben - jedoch weniger ausgeprägt als in den Jahren zuvor.

Zahlreiche Wildvögel verendet

Wiederholte Wintereinbrüche und sehr kalte Temperaturen könnten die Rückkehr zusätzlich verzögert haben, meinte sie. Ob dies tatsächlich der ausschlaggebende Faktor sei, werde sich in den kommenden Wochen zeigen.

Als weitere, gravierendere Möglichkeit gilt eine mögliche Dezimierung der Population durch die Vogelgrippe. Das Hauptüberwinterungsgebiet der rheinland-pfälzischen Störche liegt in Spanien. Dort habe die Vogelgrippe zuletzt stark gewütet, zahlreiche Wildvögel seien verendet.

Wie stark die rheinland-pfälzische Storchenpopulation betroffen sei, lasse sich jedoch erst beurteilen, wenn die Rückkehrphase abgeschlossen und die Brutsaison angelaufen sei, betonte Lehmann. Hoffnung machen ihr derzeit die sogenannten Senderstörche, die mit GPS-Technik ausgestattet sind. Ihre Daten deuteten darauf hin, dass in den kommenden Tagen mit weiteren Rückkehrern zu rechnen sei. Dennoch bleibe spannend, wie viele Tiere fehlen werden.

Bitte neue Nester melden

Wichtige Erkenntnisse liefern Beringung und systematische Zählungen. So können Fachleute zwischen erfahrenen Stammbrütern, Erstbrütern und Nestwechslern unterscheiden. Diese Daten ermöglichen nach Angaben von Lehmann eine wissenschaftlich fundierte Auswertung der Entwicklung.

Zugleich zeigten die Erhebungen, dass überwinternde Störche in Rheinland-Pfalz bislang - anders als aus anderen Bundesländern berichtet - kaum eine Rolle spielten. Ob sich dieses Verhalten ändere, müsse beobachtet werden.

Die Initiative PfalzStorch rufe zudem dazu auf, neue Nester zu melden, teilte Lehmann mit. Nicht immer brüteten die Tiere an geeigneten Standorten. Insbesondere Horste auf Strommasten stellten regelmäßig eine Herausforderung dar. Ziel sei, die Brut nicht zu stören, zugleich aber Stromversorgung und Sicherheit für Mensch und Tier zu gewährleisten.

Quelle: dpa

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