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Rheinland-Pfalz & SaarlandLandwirte nach viel Regen und Schnee zuversichtlich

22.02.2026, 03:01 Uhr
Die-rheinland-pfaelzischen-Landwirte-sind-trotz-wechselhafter-Witterung-mit-Schnee-und-Regen-Frost-und-teils-auch-milderen-Temperaturen-gut-durch-den-Winter-gekommen
(Foto: Thomas Frey/dpa)

Länger anhaltender Frost blieb aus, dafür gab es zuletzt viel Regen: Wie Landwirte und Winzer in Rheinland-Pfalz die aktuelle Witterung einschätzen und welche Risiken sie noch sehen.

Koblenz/Mainz (dpa/lrs) - Das wechselhafte Winterwetter hat bisher keine negativen Auswirkungen auf Landwirtschaft, Obst- und Weinbau in Rheinland-Pfalz. Die jüngsten Regen- und Schneefälle hätten für eine gute Durchfeuchtung der Böden gesorgt und die vorangegangene recht trockene Phase zum Jahreswechsel kompensiert, sagte Herbert Netter vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau der Deutschen Presse-Agentur. Für die im März und April anstehenden Frühjahrssaaten sei das "ein Segen", und auch bei den Wintersaaten gebe es bisher keine Probleme. "Wir sind insgesamt zufrieden."

Allerdings hätten sich Bauern und Winzer im Winter längere Frostperioden gewünscht, die aber ausgefallen seien, sagte Netter. Zusammen mit der jetzt aktuell größeren Nässe bestehe die Gefahr, dass es zu Pilzerkrankungen an den Pflanzen wie Blattflecken oder Blattrost komme. Auch der ebenfalls durch einen Pilzerreger verursachte sogenannte Schneeschimmel könnte noch ein Thema werden an Stellen, an denen Schnee auf relativ warme und feuchte Böden fiel und eine geschlossene Schneedecke bildete.

Bisher keine Probleme im Obst- und Weinbau

Der Wein komme bisher gut mit der Witterung zurecht, sagte Netter. Derzeit seien die Reben noch in der Vegetationsruhe. Dass es zeitweise trocken war, könne den tiefer wurzelnden Reben wenig anhaben. Auch ihnen hätte Frost aber gutgetan, weil dann Krankheiten wie die sogenannte Edelfäule oder der Mehltau eingedämmt worden wären, sagte Netter.

Ähnliche Einschätzungen kamen vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd: "Der Obst- und Weinbau befindet sich gerade noch nicht in einer kritischen Phase", sagte Verbandssprecher Andreas Köhr. "Beim Obst wäre das die Phase, in der die Blüten kommen, und beim Wein, wenn die Reben austreiben. Dann würde das nasse und kalte Wetter schaden, jetzt ist das noch nicht der Fall."

"Gut über den Winter gekommen"

Auch für den Ackerbau in südlichen Teilen des Bundeslandes zeigte sich der Verband zufrieden. Dank der Niederschläge in den vergangenen Wochen gehe man ohne Regendefizit aus dem Winter, sagte Gerold Füge, Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd im Donnersbergkreis.

Sogenannte Kahlfröste habe es nicht gegeben – davon sprechen Landwirte bei länger anhaltenden strengen Frösten, die mit Wind einhergehen und nicht bedeckte Böden und Pflanzen ohne schützende Schneedecke treffen. Ist das der Fall, kann auch eine erneute Aussaat erforderlich werden, danach sehe es derzeit aber nicht aus, sagte Füge. "Wir freuen uns darüber, dass wir gut über den Winter gekommen sind." Allerdings sei die Gefahr von Spätfrösten noch bis Ende April gegeben. "Das Wetter ist immer eine Wundertüte", sagte Füge.

Quelle: dpa

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