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Rheinland-Pfalz & SaarlandWas die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl antreibt

08.03.2026, 03:32 Uhr
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Volles Engagement mit ungewissem Ausgang. Was treibt die vier Männer und drei Frauen an? Das sind Ihre Antworten.

Mainz (dpa/lrs) - Warum sind die sieben Spitzenkandidaten für die Landtagswahl eigentlich in der Politik? Was nervt sie trotz ihres Engagements am Politikbetrieb? Und was machen sie am ersten Tag nach der Wahl, also am Morgen des 23. März? Ihre Antworten:

Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD)

  • "Ich bin in der Politik, weil es mich jeden Tag antreibt, mich für meine Heimat einzusetzen und starkzumachen. Ich habe mich schon als Teenager für Politik und vor allem für sozialdemokratische Positionen interessiert. Ganz besonders politisiert haben mich die Geschehnisse in den 1990er Jahren rund um die Angriffe Rechtsradikaler in Mölln und Lichtenhagen auf Menschen mit Migrationshintergrund." Zudem sagte Schweitzer: "Seit meinem ersten Einzug als Abgeordneter in den Mainzer Landtag gilt für mich das Motto: Alles geben, um für die Menschen in Rheinland-Pfalz Verbesserungen und Fortschritt zu schaffen. Ich begreife es als großartiges Privileg, in Rheinland-Pfalz als Ministerpräsident gestalten zu dürfen und bin mir der großen Verantwortung bewusst."

  • "Am Politikbetrieb nervt mich erst mal wenig. Mir ist wichtig, dass wir unter Demokraten sachlich und über langfristige Lösungen diskutieren. Debatten dürfen nicht verkürzt, künstlich polarisiert oder nur mit Blick auf eine bestimmte Schlagzeile oder einen Wahltermin geführt werden. Denn am Ende muss gute Politik vorausschauende Lösungen und Strategien den Herausforderungen unserer Zeit entgegensetzen."

  • "Auch am Tag nach der Wahl werde ich früh aufstehen und an die Arbeit gehen."

Herausforderer Gordon Schnieder (CDU):

  • "Ich bin in der Politik, weil ich dafür arbeiten will, dass unser Land funktioniert. Ob als Ortsbürgermeister in meinem Dorf, im Kreistag oder als Abgeordneter: Mir ging es immer darum, das Leben für die Menschen besser zu machen. Für die, die den Laden am Laufen halten. Und wer etwas verändern will, muss zuhören, entscheiden und anpacken."

  • Ihn nerve am Politikbetrieb, "wenn zu viel öffentlich gezankt wird, weil es die Menschen frustriert: Das kostet viel Vertrauen und schadet dem Miteinander insgesamt".

  • "Das mache ich am Tag nach der Wahl als Erstes: Wie immer mit meinen Kindern und meiner Frau sprechen. Das ist mir heilig. Und dann: weiterarbeiten! Es gibt viel zu tun in Rheinland-Pfalz, und wir haben uns viel vorgenommen. Das wird sicher ein Sitzungs- und Interviewmarathon an dem Tag."

Katrin Eder (Grüne):

  • "Ich bin in der Politik, weil mir der Erhalt unserer Lebensgrundlagen ebenso wie das Eintreten für sozial Schwächere besonders wichtig sind. Deshalb setze ich mich mit Leidenschaft und voller Überzeugung für Klima- und Naturschutz, nachhaltigen Verkehr und ein gutes Leben für alle ein."

  • "Am Politikbetrieb nerven mich Vorurteile über Politiker*innen – zum Beispiel das Klischee, sie würden sich zu wenig kümmern. Mein treuer Begleiter bei all meinen Terminen ist mein Notizbuch: So kann ich die vielen Fragen und tollen Ideen der Bürger*innen direkt mitnehmen und gemeinsam mit meinem Team in konkrete Schritte übersetzen, um gute Lösungen für unser Land zu entwickeln."

  • "Das mache ich am Tag nach der Wahl als Erstes: Ich drücke meine Kinder, bevor sie zur Schule müssen, und dann fahre ich mit dem Rad zur Arbeit – so wie jeden Tag, egal ob bei Sonne, Regen oder Gegenwind. Draußen zu sein, in Bewegung zu bleiben und Wege aus eigener Kraft zurückzulegen, das gehört für mich einfach dazu."

Daniela Schmitt (FDP):

  • "Ich bin in der Politik, weil mir mein Elternhaus mitgegeben hat, dass man sich gesellschaftlich engagiert und ich mich in der FDP gleichermaßen für Selbstbestimmung und Fortschritt einsetzen kann."

  • "Mich nerven am Politikbetrieb populistische Kräfte, die den Eindruck vermitteln, dass komplexe Aufgaben leicht zu lösen wären, und demokratisches Miteinander verächtlich machen wollen."

  • "Das mache ich am Tag nach der Wahl als Erstes: Früh aufstehen, weil an diesem Tag die Arbeit für die nächsten fünf Jahre erst richtig losgeht."

Jan Bollinger (AfD):

  • "Ich bin in der Politik, weil unser Land unsere Bürger seit langem unter Wert regiert werden und sie mehr Freiheit, Sicherheit und Wohlstand verdient haben."

  • "Mich nervt am Politikbetrieb, dass oft nicht das Wohl unseres Landes und unserer Bürger, sondern Parteiinteressen im Vordergrund stehen."

  • "Das mache ich am Tag nach der Wahl als Erstes: Ich gönne mir ein gutes Frühstück und fahre dann nach Berlin."

Rebecca Ruppert (Linke):

  • "Ich bin in der Politik, weil ich möchte, dass wir Armut abschaffen."

  • "Mich nervt am Politikbetrieb, dass sich oft über Kleinigkeiten maßlos aufgeregt wird, weil wir dadurch als Gesellschaft die großen Fragen unserer Zeit wie Klimakrise oder gerechte Verteilung von Geld und Zeit aus dem Auge verlieren."

  • "Das mache ich am Tag nach der Wahl als Erstes: Mit meinen Fraktionskolleg*innen telefonieren und die nächsten Wochen besprechen."

Joachim Streit (Freie Wähler):

  • "Ich bin in der Politik, weil ich Verantwortung übernehmen will und ich - anstatt zu kritisieren und zu jammern - genau dorthin will, wo man das ändern kann: ins Parlament."

  • "Mich nervt am Politikbetrieb, dass oft mehr über Schlagzeilen und Empörung gesprochen wird als über echte Lösungen, die den Menschen wirklich helfen."

  • "Das mache ich am Tag nach der Wahl als Erstes: Wenn ich es noch nicht am Abend getan habe, mich bei allen bedanken."

Quelle: dpa

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