Rheinland-Pfalz & SaarlandVerdi fordert Abbruch der Pflegekammer-Befragung

Die Gewerkschaft kritisiert "massive Unregelmäßigkeiten" bei der Befragung zur Landespflegekammer Rheinland-Pfalz – und fordert deren sofortigen Abbruch.
Mainz (dpa/lrs) - Die Gewerkschaft Verdi fordert einen Abbruch der kürzlich angelaufenen Befragung zur Zukunft der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz und begründet dies mit Berichten über "massive Unregelmäßigkeiten". "Wir erhalten viele Berichte von Pflegepersonen, denen der Zugang zur Befragung verwehrt wurde oder die auf technische und andere Unzulänglichkeiten bei der laufenden Abstimmung hinweisen", teilte der stellvertretende Leiter des Verdi-Landesbezirks, Frank Hutmacher, mit.
"Viele der Beschwerden sind mit Screenshots oder Dokumenten belegt. Ganz offensichtlich läuft die von der Pflegekammer organisierte Befragung alles andere als reibungslos", kritisiert Hutmacher. Die Landesregierung stehe in der Pflicht, kurzfristig eine unmissverständliche, transparente und funktionierende Abstimmung auf den Weg zu bringen. Die Pflegekammer selbst sei damit offenbar überfordert.
Mitglieder stellen Fortbestand der Kammer in Frage
Nach monatelanger Vorbereitung war die Befragung am vergangenen Montag gestartet. Sie soll bis zum 2. April dauern.
Die Kammer, die bei ihrem Start 2016 die erste ihrer Art in Deutschland war und sich um die Interessen von rund 40.000 Pflegekräften im Land kümmern soll, steht ausgerechnet im Jahr ihres zehnjährigen Bestehens stark in der Kritik. Zahlreiche Mitglieder sehen ihre Belange von der Kammer nicht vertreten, stellen gar ihren Fortbestand infrage. Es gab sogar schon Demonstrationen. Ein Dorn im Auge ist vielen etwa die mit Kosten verbundene Pflichtmitgliedschaft.