Rheinland-Pfalz & SaarlandSchlagabtausch über Bildungspolitik im Wahl-Duell

Der Amtsinhaber trifft auf den Herausforderer: Alexander Schweitzer (SPD) und Gordon Schnieder (CDU) reden Klartext.
Mainz (dpa/lrs) - Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und CDU-Partei- und Fraktionschef Gordon Schnieder haben sich wenige Tage vor der Landtagswahl einen harten Schlagabtausch über ihren Kurs in der Bildungspolitik geliefert. Bei der Live übertragenen SWR-Sendung "Rheinland-Pfalz wählt - das Duell" sprach sich der SPD-Spitzenkandidat dafür aus, dass der Elternwillen weiterhin über den Übergang ihrer Kinder in die weiterführende Schule entscheidet. Sein Herausforderer um das Amt als Regierungschef lehnte das ab.
"Wir brauchen eine neue Mischung", sagte Schnieder. 70 Prozent der Kinder gingen derzeit zum Gymnasium. "Ich würde Bildung gern vom Kind her denken und für das Kind." Schweitzer erklärte dagegen, er wolle nicht, dass die Schulbürokratie darüber entscheide.
Auch beim Thema unangekündigte Hausaufgabenüberprüfungen zeigten sich die Gegensätze zwischen den beiden Spitzenpolitkern von SPD und CDU. Der Regierungschef betonte, daran festhalten zu wollen. Der Oppositionsführer erklärte dagegen: "Wir bereiten jungen Menschen auf das Leben vor." Es gebe im Beruf später auch Tage, an denen nicht alles schon vorgegeben ist. "Das sollte dann in der Schule auch schon sein."
Die Standpunkte von Schweitzer und Schnieder beim Handy-Verbot waren ebenfalls gegensätzlich: Der CDU-Spitzenkandidat sprach sich klar für ein privates Handy-Verbot an Schulen aus. Ein Handy-Verbot sollte alters gestaffelt sein, sagte der SPD-Spitzenkandidat.
"Sie werden einem 18-jährigen Schüler das Handy nicht verbieten können", betonte Schweitzer. Daher müsse sehr klar auch mit den Schulen in die Kommunikation gegangen werden, denn es müsse zur Schule und zur Medienpädagogik passen. "Deshalb ein klares Ja, wenn wir es mit den Schulen organisieren", sagte der SPD-Politiker.