Regionalnachrichten

Rheinland-Pfalz & SaarlandSo viele Tankstellen verstoßen gegen 12-Uhr-Regel

19.05.2026, 10:30 Uhr
In-Bayern-hat-der-Auswertung-zufolge-rund-jede-vierte-Tankstelle-gegen-die-12-Uhr-Regel-verstossen

Bei Untersuchungen wurden Tausende unerlaubte Preiserhöhungen an Tankstellen in ganz Deutschland registriert. Wie die Quote im Saarland ist.

Saarbrücken (dpa/lrs) - Etliche Tankstellen im Saarland haben nach Darstellung eines Verbraucherdienstes gegen die im April eingeführte 12-Uhr-Regel verstoßen. Demnach erhöhten 30 von 168 Tankstellen bis zum Stichtag 11. Mai die Preise insgesamt 99 Mal zu unerlaubten Zeiten, wie aus einer Auswertung des Verbraucherdienstes "Mehr-Tanken" auf Basis von Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe hervorgeht.

Die Quote betrug also etwa 17,9 Prozent - weniger als bei jeder fünften Tankstelle wurde somit mindestens ein Verstoß registriert.

Der Zeitraum von 11.30 bis 12.30 Uhr wurde den Angaben nach bewusst ausgeklammert, um mögliche Verzerrungen durch vorzeitige oder verzögerte Preismeldungen auszuschließen. "Mehr Tanken" gehört zum Medienhaus "Motor Presse Stuttgart".

Saarland auf Platz acht

Das Saarland liegt den Angaben zufolge unter dem bundesweiten Schnitt von einer Quote von 19,7 Prozent - auf Platz acht. Am höchsten war die Quote laut Auswertung in Bayern mit 25,6 Prozent, am niedrigsten in Berlin mit 8,2 Prozent.

Die 12-Uhr-Regel gilt seit 1. April und schreibt vor, dass Tankstellen nur einmal am Tag - um 12.00 Uhr mittags - die Preise anheben dürfen. Senkungen sind dagegen immer möglich. Die Vorgabe wurde eingeführt, nachdem der Iran-Krieg zu stark steigenden Spritpreisen geführt hatte. Die Regelung soll Kunden mehr Orientierung geben.

Tankstellenbetreiber weisen Vorwürfe zurück

Die Tankstellenbetreiber wollen sich nichts vorwerfen lassen. "Wir haben zunächst Hinweise, dass wir mit den Auswirkungen eines schlecht gemachten Gesetzes konfrontiert sind, nicht mit bewussten Regelverstößen", wird Daniel Kaddik, Chef des Bundesverbandes Freier Tankstellen, in der "Sächsischen Zeitung" und der "Leipziger Volkszeitung" zitiert.

Änderungen würden über Kassensysteme laufen, müssten anschließend von Automaten, Preismasten und Zapfsäulen verarbeitet werden, bevor die Daten ans Kartellamt gehen. Schon langsame Leitungen oder laufende Tankvorgänge könnten dazu führen, dass eine Preisänderung erst verzögert übermittelt wird.

Quelle: dpa

Regionales