Baden-WürttembergPilot strebt Freispruch nach tödlichem Flugzeugunfall an

Nach dem tödlichen Flugzeugunfall auf einem Segelflugplatz kämpft ein verurteilter Pilot vor einem neuen Gericht um seinen Freispruch.
Rottweil (dpa/lsw) - Ein wegen fahrlässiger Tötung von zwei Menschen verurteilter Pilot wehrt sich in einem Berufungsprozess vor dem Landgericht Rottweil gegen seine Verurteilung. Fast vier Jahre nach dem Zusammenstoß zweier Flugzeuge auf dem Segelflugplatz Klippeneck (Kreis Tuttlingen) strebt der Angeklagte nach Angaben seines Verteidigers einen Freispruch an. Auch die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen das Urteil ein. Sie strebt eine höhere Strafe an.
Das Amtsgericht in Spaichingen hatte den Mann 2024 wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 9.600 Euro verurteilt. Er soll bei einem Landemanöver auf dem Flugplatz bei Böttingen im August 2022 seine Sorgfaltspflicht verletzt haben. Laut Urteil kam es dadurch zum Zusammenstoß mit einem Segelflugzeug, in dem ein 56 Jahre alter Fluglehrer und ein 14 Jahre alter Flugschüler saßen. Beide starben. Der damals 62 Jahre alte Pilot des motorisierten Schleppflugzeugs wurde leicht verletzt.
Vor dem Landgericht verlas ein Verteidiger des heute 67-Jährigen eine Erklärung zu möglichen Sichteinschränkungen während des Flugs. Schmutz und Kratzer an der Plexiglashaube der Maschine hätten die Sicht seines Mandanten eingeschränkt. Auch habe dieser damals schon unter einer Sehbeeinträchtigung gelitten. Diese habe nach dem Unfall zu einer Operation an beiden Augen geführt. Dem Angeklagten sei es nicht möglich gewesen, andere Flugzeuge rechtzeitig zu erkennen und ein Ausweichmanöver einzuleiten.
In dem Verfahren sind insgesamt vier Verhandlungstermine anberaumt. Mit einem Urteil wird am 2. Juni gerechnet.