Rheinland-Pfalz & SaarlandStaatsanwaltschaft leitet keine Ermittlungen zu Priester ein

Saarbrücken (dpa/lrs) - Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken wird zum Fall eines Ende 2022 gestorbenen saarländischen Priesters kein Ermittlungsverfahren einleiten. Nach Auswertung des sichergestellten Materials mit mutmaßlich kinderpornografischen Inhalten habe sich "kein Anfangsverdacht auf noch lebende Beteiligte an konkreten verfolgbaren Straftaten" ergeben, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Damit bestehe keine Grundlage für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk (SR) darüber berichtet.
Über Jahrzehnte soll der Priester vor allem Jugendliche sexuell missbraucht haben und seine Opfer in teils pornografischen Posen fotografiert haben. Nach dem Tod des Mannes hatte dessen Neffe rund 1000 ungerahmte Dia-Aufnahmen in dessen Haus in Friedrichsthal gefunden - und war damit im April an die Öffentlichkeit gegangen.
Laut Staatsanwaltschaft wurden sowohl Fotos gesichtet und ausgewertet, die der Neffe gefunden hatte, als auch Fotos, die von Ermittlern im Wohnhaus des Verstorbenen sichergestellt wurden. Zur genauen Zahl lagen zunächst keine Angaben vor.
Der mutmaßliche Missbrauchsfall wird nun von Justizexperten in einem eigenständigen Projekt der Unabhängigen Aufarbeitungskommission im Bistum Trier untersucht.