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Rheinland-Pfalz & Saarland Weigand neue Landrätin im flutgeschädigten Ahrweiler

Das Plakat der parteilosen Kandidatin Cornelia Weigand hängt in Ahrweiler.

(Foto: Thomas Frey/dpa)

Ein halbes Jahr nach der Flut mit 134 Toten an der Ahr hat die Landratswahl ein Ergebnis gebracht: Die parteilose Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand, hat die Wahl gewonnen.

Bad Neuenahr-Ahrweiler (dpa/lrs) - Der extrem flutgeschädigte Kreis Ahrweiler hat am Sonntag seine neue Landrätin gewählt. Die parteilose Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand, bekam 50,2 Prozent der Stimmen; eine Stichwahl Anfang Februar ist somit nicht nötig.

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies erhielt 28,2 Prozent der Stimmen. Zur Wahl waren auch zwei Einzelbewerber angetreten, Christoph Schmitt und Axel Ritter. Schmitt, SPD-Fraktionschef im Kreistag Ahrweiler, erhielt 19,3 Prozent der Stimmen. Der Architekt Ritter, einst Mitglied der Piratenpartei, bekam 2,3 Prozent.

Auf Wahlsiegerin Weigand warten besondere Herausforderungen. Nach der Sturzflut im Juli 2021 mit 134 Todesopfern leiden viele Anwohner immer noch unter einem Trauma. Tausende beschädigte Häuser sind zum Trocknen in den Rohbauzustand zurückversetzt worden. Der Wiederaufbau im Ahrtal wird sich noch Jahre hinziehen.

Der einstige Landrat Jürgen Pföhler (CDU) soll bei der Sturzflut nach extremem Starkregen im Ahrtal am 14. Juli 2021 womöglich zu spät vor der Gefahr gewarnt haben. Schon seit August ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen den 63-jährigen Juristen. Im Oktober ist er auf eigenen Antrag wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt worden.

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 48,1 Prozent. Bei der vorherigen Landratswahl 2015 hatte es nur eine Wahlbeteiligung von knapp 30 Prozent gegeben. Schon in jenem Jahr unterlag Ritter, der auch jetzt wieder kandidierte, dem nun abgetretenen Landrat Pföhler als einziger Gegenkandidat mit 24,8 Prozent der Stimmen.

Der Kreis Ahrweiler hat vor der Sturzflut rund 130.000 Einwohner und etwa 103.000 Wahlberechtigte gezählt. Manche Anwohner haben danach das Ahrtal verlassen. Wegen der Flutbeschädigung auch beispielsweise von Schulen und Altersheimen sind am Sonntag sechs Wahllokale in Zelten eingerichtet worden.

Quelle: dpa

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