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Sachsen-Anhalt5G-Mobilfunkausbau in Sachsen-Anhalt hat Fahrt aufgenommen

27.09.2022, 06:48 Uhr
Ein-Mast-mit-Mobilfunk-Antennen-steht-zwischen-Kiefern-am-Rand-des-Ortes
(Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dp)

Sachsen-Anhalts Digitalministerin will "5G an jeder Milchkanne". In den vergangenen Monaten ist viel passiert, von flächendeckendem schnellen 5G-Internet ist das Land aber noch entfernt. Die Landesregierung will die Prozesse nun erleichtern.

Magdeburg (dpa/sa) - Der Ausbau der Mobilfunktechnologie 5G in Sachsen-Anhalt hat an Fahrt aufgenommen - aber noch ist Luft nach oben. Die 5G-Verfügbarkeit liegt in Sachsen-Anhalt insgesamt bei rund 74 Prozent, wie das Digitalministerium in Magdeburg unter Berufung auf Daten der Bundesnetzagentur vom Juli 2022 mitteilte. Das Kürzel 5G steht für die 5. Mobilfunkgeneration, die Weiterentwicklung von 4G (LTE).

Besonders bei der neuesten 5G-Entwicklungsstufe, die auch "5G-Standalone" genannt wird, hat das Land zuletzt schnell große Schritte gemacht. Knapp 58 Prozent der Landesfläche sind inzwischen mit dieser nochmals schnelleren 5G-Technologie durch mindestens einen Anbieter versorgt. Im Oktober 2021 war der neueste Standard gerade mal auf 0,6 Prozent der Landesfläche verfügbar.

Allerdings deckt sich ein Teil des Ausbaugebiets mit der sogenannten Dynamic-Spectrum-Sharing-Technologie (DSS). Die Antenne schaltet dabei zwischen 4G und 5G hin und her - je nach Bedarf der Nutzer in der Umgebung. Daher wird auch das als Teil der 5G-Abdeckung verstanden. DSS war schon im Oktober vorigen Jahres auf etwas über 44 Prozent der Landesfläche verfügbar, im Juli lag der Anteil dann bei knapp 59 Prozent.

Bis "5G an jeder Milchkanne" verfügbar ist, wie es sich Infrastruktur- und Digitalministerin Lydia Hüskens (FDP) wünscht, ist noch einiges zu tun. Es gebe noch in allen Regionen des Landes Nachholbedarf, sagte ein Sprecher des Ministeriums, vor allem dort, wo topographisch schwierige Bedingungen herrschen - etwa im Harz.

Der 5G-Ausbau basiere derzeit auf der Aufrüstung bestehender 4G-Mobilfunkstandorte, erklärte ein Sprecher des Digitalministeriums. Diese seien mancherorts noch nicht mit Glasfaser angebunden, was zusätzliche Tiefbauarbeiten erfordere. Aufgrund der momentanen Marktlage könne man die Arbeiten nicht immer schnell in Auftrag geben. Auch die Standortsuche sorgt für Probleme. Das Finden geeigneter Flächen besonders im ländlichen Raum koste oftmals viel Zeit, hieß es. Das Tempo des Ausbaus ist zudem von den konkreten Investitionsentscheidungen der Mobilfunkanbieter abhängig.

Um den Ausbau des Mobilfunk- und des 5G-Netzes zu erleichtern, hat sich das Kabinett am Dienstag mit einem Gesetzesentwurf zur Änderung der Landesbauordnung beschäftigt. Konkret geht es unter anderem um eine Neuregelung zu den Abstandsflächen, die künftig für kleine Anlagen im Außenbereich entfallen. Außerdem sollen Funkmasten bis 20 Meter Höhe künftig verfahrensfrei errichtet werden können.

Einige wenige Regionen sind noch gar nicht an einen hohen Mobilfunkstandard angebunden. Der Anteil der sogenannten weißen Flecken - also Gebiete, wo kein Netzanbieter mindestens den 4G-Standard anbietet - liegt landesweit bei 3,3 Prozent.

Vodafone hat nach eigenen Angaben in den vergangenen sechs Monaten 150 5G-Bauprojekte umgesetzt, im kommenden halben Jahr sollen 80 weitere hinzukommen. Darunter seien neu gebaute Standorte und bestehende Standorte, die mit neuer 5G-Technik ausgestattet werden. Alles in allem betreibe das Unternehmen im Land 500 5G-Standorte, sagte ein Sprecher. "Bis 2025 wollen wir das vollständige 5G Standalone Netz für fast alle Haushalte im Bundesland freischalten", hieß es. "Denn 5G Standalone macht viele Services möglich, die es bislang nicht in der breiten Masse gab: Von Hologramm-Telefonie, über Echtzeit-Statistiken für Fußball-Fans im Stadion bis hin zu 5G-Service-Robotern, die in Branchen unterstützen, in denen besonderer Fachkräftemangel herrscht."

Quelle: dpa

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