Sachsen-AnhaltAusbildungskampagne für Migranten noch hinter Zielen

Mehr als 600 junge Migranten und Eltern informierten sich über Ausbildungsmöglichkeiten. Das Ziel waren 1.000 Menschen. Doch das Arbeitsministerium gibt sich optimistisch.
Magdeburg (dpa/sa) - Die im vergangenen Sommer gestartete Ausbildungskampagne, bei der gezielt junge Migranten im Land angesprochen werden sollen, bleibt noch hinter den Zielvorgaben des Ministeriums zurück. Mit der Kampagne wollte Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr 1.000 junge Migranten und deren Familien erreichen – nach aktuellen Zahlen des Ministeriums nahmen an den Veranstaltungen mehr als 600 Menschen teil. Etwa zwei Drittel seien Jugendliche gewesen, ein weiteres Drittel Eltern oder ältere Interessierte.
Insgesamt wurden nach Angaben des Sozial- und Arbeitsministeriums 30 Veranstaltungen durchgeführt, die meisten davon Online. Hauptziel der Kampagne sei es gewesen, das Bewusstsein für Ausbildungsmöglichkeiten zu stärken und den ersten Schritt in Richtung einer qualifizierten Ausbildung zu ermöglichen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. "Junge Zugewanderte werden dringend gebraucht, damit Sachsen-Anhalt das Land der Ausbildung bleibt und die Unternehmen den händeringend gesuchten Fachkräftenachwuchs bekommen", sagte Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD). Durch die mehrsprachige Kommunikation habe die Kampagne erste Hürden auf dem Weg in die Ausbildungsbetriebe abgebaut. Die Kampagne soll im Frühjahr fortgesetzt werden.
Kritik der Linken: Mehr Anstrengungen für Willkommenskultur
Mit Stand Mai 2025 befanden sich nach Ministeriumsangaben 3.000 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in einer dualen Ausbildung. Das seien 600 mehr als im Vorjahr gewesen. Das Ministerium geht davon aus, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt.
Die Linke kritisiert die Bemühungen des Ministeriums dagegen. "Diese Zahlen zeigen, dass Sachsen-Anhalt nicht so weltoffen ist wie die Landesregierung immer behauptet", sagte Fraktionsvorsitzende Eva von Angern. Die Landesregierung müsse mehr Anstrengungen unternehmen, um Migranten im Land zu halten und eine echte Willkommenskultur zu etablieren. "Die Unternehmen im Land wünschen sich mehr Migration nach Sachsen-Anhalt, um die Wirtschaft am Laufen zu halten."