Regionalnachrichten

Sachsen-AnhaltChemiekonzern Evonik schließt Standort in Bitterfeld

13.09.2026, 10:50 Uhr
image

Trotz verschiedener Prüfungen sieht Evonik keine Zukunft für das Werk in Bitterfeld. Was mit den Geschäften am Standort passieren soll.

Essen/Bitterfeld (dpa/sa) - Der Chemiekonzern Evonik schließt im kommenden Frühjahr seinen Standort in Bitterfeld. Hintergrund seien die anhaltend herausfordernden Marktbedingungen, teilte das Unternehmen mit. Die Auslastung der Anlagen sei seit längerem nicht ausreichend, um einen wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen. Verschiedene Optionen wie etwa eine Reduzierung der Kapazitäten hätte allesamt keine langfristig tragfähige Perspektive gezeigt.

Evonik schließt insgesamt zwei kleinere Standorte

Am Standort in Bitterfeld sind laut Unternehmen 40 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk soll Ende April 2027 schließen. In Bitterfeld produziert das Unternehmen Chlorsilane, die als Rohstoff für Mikrochips und Glasfaserkabel genutzt werden. Neben dem Standort Bitterfeld will Evonik auch ein weiteres kleineres Werk in Hamburg schließen, in dem 50 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die an den Standorten betriebenen Geschäfte würden aber weitergeführt und im Wesentlichen an größeren Standorten in Deutschland konzentriert.

Branchenverbände warnen vor Dominoeffekt

Die Schließung des Evonik-Standorts in Bitterfeld reiht sich in eine Serie von Rückschlägen für die Chemieindustrie in Sachsen-Anhalt ein. Ende 2025 meldeten drei deutsche Tochterfirmen des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals Insolvenz an. Auch der US-Konzern Dow hatte im Juli 2025 angekündigt, Teile seiner Anlagen in Schkopau und im sächsischen Böhlen bis Ende 2027 zu schließen. Branchenverbände warnen seither vor einem Dominoeffekt im Mitteldeutschen Chemiedreieck, in dem nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit insgesamt rund 100 Firmen mit etwa 10.000 Beschäftigten ansässig sind.

Quelle: dpa

Regionales