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Sachsen-AnhaltGroße DNA-Reihenuntersuchung nach Tötungsdelikt gestartet

27.03.2026, 16:11 Uhr
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Mit einer großangelegten DNA-Aktion versucht die Polizei, ein rätselhaftes Verbrechen aufzuklären. Was die Ermittler hoffen - und wie die Maßnahme abläuft.

Tangermünde (dpa/sa) - Knapp zwei Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 61-jährigen Frau hat in Tangermünde (Landkreis Stendal) eine groß angelegte DNA-Reihenuntersuchung begonnen. Seit Freitag werden Männer aus der Region getestet, die Teilnahme an den Tests ist freiwillig. Die Maßnahme laufe bis Sonntag, sagte Polizeisprecherin Juliane Jokmin vor Ort.

Ungeklärtes Tötungsdelikt

Hintergrund ist das Tötungsdelikt an der 61-Jährigen, die im Juni 2024 tot in ihrem Wohnhaus gefunden worden war. Der Täter ist bislang unbekannt. Am Tatort konnten Ermittler eine DNA-Spur einer männlichen Person sichern, die bislang keiner Person zugeordnet werden konnte.

Die Polizeiinspektion Stendal führt die DNA-Reihenuntersuchung nach Polizeiangaben über drei Tage hinweg in Tangermünde durch. Zu den Tests geladen sind rund 1.800 Männer im Alter zwischen 17 und 75 Jahren, die sich zur Tatzeit in Tangermünde oder Umgebung aufgehalten haben. Gegen sie besteht kein konkreter Tatverdacht. Ziel der Maßnahme ist es, den Täter im Ausschlussverfahren zu ermitteln.

Schwierige Ermittlungen

Die Ermittlungen gestalteten sich laut der Polizeisprecherin schwierig, da die Frau zurückgezogen lebte und nur wenige soziale Kontakte hatte. Die DNA-Reihenuntersuchung wurde angeordnet, weil die gesicherte Spur nicht in der DNA-Analyse-Datei enthalten war.

Die Proben werden per Abstrich aus der Mundschleimhaut entnommen, anonymisiert untersucht und ausschließlich mit der Tatortspur abgeglichen. Bei einem negativen Ergebnis werden sie den Angaben zufolge umgehend vernichtet und nicht für andere Verfahren gespeichert.

"Wir hoffen natürlich, dass der Täter unter diesen geladenen Personen ist, aber auch ein negatives Ergebnis ist ein Ergebnis und führt dann wiederum zu weiteren Ermittlungsschritten", sagte Jokmin.

Ergebnisse erst in Wochen

Mit ersten Ergebnissen ist erst in einigen Wochen zu rechnen. Das Institut für Rechtsmedizin benötige circa vier bis sechs Wochen, um alle Proben auszuwerten, hieß es.

Vor Ort zeigten sich die Teilnehmer überwiegend kooperativ und zur Mitwirkung bereit. Viele gaben an, mit ihrer Teilnahme zur Aufklärung der Tat beitragen zu wollen und bezeichneten die Unterstützung der Ermittlungen als selbstverständlich. Auch ohne persönlichen Bezug zur Getöteten sei die Motivation groß. "Verbrecher gehören hinter Gitter", sagte ein Teilnehmer.

Quelle: dpa

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