Sachsen-AnhaltKongress: Europa-Union will Klarheit
In knapp zwei Monaten ist Europawahl. Wie wird sie ausgehen? Und was wird mit dem Brexit? Es gab viel zu diskutieren in Wittenberg - beim 63. Bundeskongress einer Bürgerinitiative mit 17 000 Anhängern.
Wittenberg (dpa/sa) - Die Europa-Union Deutschland hat ein Ende der Hängepartie um den Brexit gefordert. "Die EU und ihre Institutionen dürfen keinen Schaden nehmen", hieß es in einem Beschluss zum Abschluss des 63. Bundeskongresses der parteiunabhängigen Vereinigung am Sonntag in Wittenberg. Noch immer könne Großbritannien den Austrittsantrag - aus der Europäischen Union - zurückziehen.
Die 1946 gegründete Europa-Union Deutschland ist nach eigenen Angaben eine Initiative von Bürgern, die sich für die europäische Einigung engagieren. Sie hat rund 17 000 Mitglieder und 300 Kreisverbände. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) lobte deren jahrzehntelanges Engagement für den europäischen Gedanken.
Der Generalsekretär der Nichtregierungsorganisation, Christian Moos, forderte die Bundesregierung auf, noch mehr Konkretes für den Zusammenhalt in Europa zu tun. "Deutschland muss endlich aus dem Quark kommen", sagte er der dpa. Dringend erforderlich sei etwa eine bessere Koordinierung der Europapolitik zwischen den Ressorts. Zudem sei es nötig, statt abstrakt hinter verschlossenen Türen mehr mit den Menschen zu reden, welche konkreten Projekte es gibt.
Bei dem Kongress mit rund 200 Teilnehmern gab es Diskussionsrunden, etwa zu Europas Rolle in der Welt, wirtschaftlichen und sozialen Themen. Die Teilnehmer wählten zudem Rainer Wieland erneut zum Präsidenten der Europa-Union Deutschland. Er rief die Menschen dazu auf, sich an der Europawahl im Mai zu beteiligen. Sie sei eine wichtige Marke auf dem Weg des europäischen Projekts. Wieland ist Vizepräsident des Europäischen Parlaments.