Sachsen-AnhaltOlympiasieger von morgen? - So läuft die Talentförderung

Sachsen-Anhalt sucht gezielt nach sportlich talentierte Mädchen und Jungen und fördert sie mit System. Als künftige Spitzensportler sollen sie Medaillen gewinnen. So funktioniert's.
Magdeburg (dpa/sa) - Mit systematischen, flächendeckenden Sichtungen geht Sachsen-Anhalt seit zehn Jahren auf die Suche nach sportlich begabten Kindern und führt sie gezielt an den Leistungssport heran. Innen- und Sportministerin Tamara Zieschang (CDU) und die Präsidentin des Landessportbunds, Silke Renk-Lange, zogen nun eine positive Bilanz des Projekts "Talentfindung und Talentförderung". Das Ziel sei, das erste gesichtete Sportlerinnen und Sportler an den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles 2028 teilnehmen.
Zahlreiche Jungen und Mädchen hätten den Weg angefangen von den ersten Sichtungen über die Talentgruppen an den Eliteschulen des Sports. Erste Jugendliche seien von dort in Bundeskader und das Juniorteam Sachsen-Anhalt berufen worden.
"Unser Ziel ist es, möglichst vielen Kindern den Zugang zu einer sportlichen Entwicklung zu ermöglichen, unabhängig davon, wo sie aufwachsen", sagte Renk-Lange, selbst Speerwurf-Olympiasiegerin von 1992. "Die Talentförderung eröffnet jungen Sportlerinnen und Sportlern Perspektiven im Leistungssport und stärkt gleichzeitig den organisierten Sport insgesamt." Sportministerin Zieschang bezeichnete die sportliche Talentförderung als Erfolgsgeschichte, das System sei bundesweit einzigartig.
So funktioniert das System:
Los geht's mit landesweit flächendeckenden Sport-Motorik-Tests in allen dritten Klassen. Jährlich sind etwa 18.000 Kinder dabei. Kinder mit überdurchschnittlichen motorischen Fähigkeiten werden gesucht.
Diese Kinder werden zu den Sachsen-Anhalt-Spielen eingeladen. Dort durchlaufen sie verschiedene Stationen in den Sportarten Handball, Judo, Kanu-Rennsport, Leichtathletik und Rudern. Landestrainer und Sichtungstrainer der einzelnen Sportarten beobachten die Kinder. Sie beurteilen das Entwicklungspotenzial, die Lernfähigkeit, die körperlichen Voraussetzungen. In diesem Jahr sind über 2.000 Kinder bei den Sachsen-Anhalt-Spielen dabei, so das Innenministerium.
Die Fachleute entscheiden, welche Kinder in eine Talentgruppe eingeladen werden. Das ist die erste strukturierte Förderstufe im Nachwuchsleistungssport. Die Kinder trainieren nun einmal wöchentlich unter qualifizierter Anleitung. Aktuell gibt es 59 Talentgruppen mit rund 600 Kindern pro Jahr.
Die Eliteschulen des Sports in Halle und Magdeburg helfen, Schule und Training bestmöglich miteinander zu vereinbaren. Im vergangenen Jahr wurden hier laut Innenministerium 68 Kinder aus den Talentgruppen eingeschult.
Das alles zeige bereits Erfolg, so Zieschang und Renk-Lange. 2026 habe es 27 Berufungen in die Bundeskader gegeben, 11 Jugendliche gingen ins Juniorteam Sachsen-Anhalt, das als "Sprungbrett zu Olympia" bezeichnet werde.