Sachsen-AnhaltIT-Angriffe auf Landesverwaltung Sachsen-Anhalt nehmen zu

Immer häufiger geraten IT-Systeme der Landesverwaltung ins Visier von Angreifern. Neue Zahlen zeigen: Die Vorfälle nehmen deutlich zu - und sorgen teilweise für spürbare Störungen.
Magdeburg (dpa/sa) - Die Zahl registrierter IT-Sicherheitsvorfälle in der Landesverwaltung Sachsen-Anhalts ist gestiegen. Im Jahr 2025 wurden 73 Fälle gezählt, im Jahr davor waren es 45. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor.
Vor allem Ministerien betroffen
Betroffen waren vor allem oberste Landesbehörden: Dort wurden 2025 insgesamt 48 Vorfälle registriert, nach 27 im Jahr zuvor. In nachgeordneten Behörden wurden 16 Fälle gezählt, außerdem einzelne Vorfälle bei landeseigenen Betrieben, kommunalen Einrichtungen und weiteren öffentlichen Stellen.
Den Angaben zufolge dominieren unter den registrierten Vorfällen vor allem sogenannte Überlastungsangriffe auf IT-Systeme, etwa auf Webserver, sowie betrügerische E-Mails. Zudem registrieren die Behörden jährlich mehr als eine Million automatisierte Angriffsversuche und Vorbereitungshandlungen, die jedoch bislang ohne Erfolg blieben.
Zeitweise Einschränkungen bei Online-Angeboten
Einige Angriffe führten zeitweise zu Einschränkungen. So war das Landesportal Sachsen-Anhalt 2024 infolge eines Überlastungsangriffs vier Tage lang beeinträchtigt, 2025 für einen Tag. In einem weiteren Fall war ein landesweit genutztes Fachverfahren sieben Tage lang erheblich gestört.
Nach Angaben der Landesregierung kam es zudem zu einzelnen Datenschutzverletzungen. 2024 wurden sechs Fälle gemeldet, 2025 sieben. Dabei seien in mehreren Fällen personenbezogene Daten nach außen gelangt, betroffen gewesen seien jedoch ausschließlich einzelne oder wenige Beschäftigte - nicht Bürgerinnen oder Bürger.
Einmal wurde durch einen IT-Sicherheitsvorfall auch Lösegeld gefordert. Der Vorfall sei jedoch gelöst worden, ohne dass Zahlungen geleistet wurden.
Linke fordert mehr Unterstützung für Kommunen
Die Linksfraktion sieht angesichts der Entwicklung Handlungsbedarf. Fraktionschefin Eva von Angern erklärte, der Anstieg zeige, dass die öffentliche Verwaltung stärker ins Visier von Cyberangriffen gerate. Innenpolitiker Andreas Henke forderte mehr Unterstützung des Landes für Kommunen bei der IT-Sicherheit.