Sachsen-AnhaltMehr als 100.000 Fakeshops seit 2022 entdeckt

Fehlendes Impressum, dubiose Technik: Fakeshops werden immer raffinierter. Warum das Ministerium warnt und wie du dich vor Abzocke schützen kannst.
Magdeburg (dpa/sa) - In den vergangenen knapp dreieinhalb Jahren sind bundesweit mehr als 100.000 mutmaßlich betrügerische Online-Shops identifiziert worden. Das teilte das Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz in Sachsen-Anhalt mit. Seit dem Start des sogenannten Fakeshop-Finders im August 2022 wurden demnach rund 2,64 Millionen Internetadressen überprüft. Aktuell sind etwa 103.200 verdächtige Shops in einer Datenbank erfasst.
Tool wird hunderttausendfach genutzt
Der Fakeshop-Finder ist ein Online-Tool, das Verbraucherinnen und Verbraucher dabei unterstützt, seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden. Nach Angaben des Ministeriums wird das Angebot derzeit rund 430.000 Mal im Monat genutzt. Sachsen-Anhalt beteiligt sich an der Finanzierung und will die Förderung fortsetzen.
Verbraucherschutzministerin Franziska Weidinger (CDU) sagte, der Fakeshop-Finder habe bereits zahlreiche Menschen vor Betrug geschützt. "Mehr als 100.000 identifizierte Fakeshops zeigen: Online-Betrug ist kein Randphänomen, sondern ein relevantes Problem für alle, die im Internet einkaufen." Sie empfehle, das Angebot insbesondere bei unbekannten Online-Shops zu nutzen.
Auch Volkmar Hahn, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, wertete die Zahl als Warnsignal: Die Zahl sei "beeindruckend und alarmierend zugleich". Sie zeige, wie professionell und skrupellos Betrügerinnen und Betrüger im Internet agieren.
So funktioniert der Fakeshop-Finder
Der Fakeshop-Finder analysiert automatisiert Internetseiten auf typische Merkmale unseriöser Anbieter, etwa ein fehlendes Impressum oder technische Auffälligkeiten. Die Bewertung erfolgt über ein Ampelsystem. Das Projekt wird von mehreren Verbraucherzentralen getragen.