Sachsen-AnhaltStraßenbahn muss nach Unfall an Haltestelle langsamer fahren

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe ziehen Konsequenzen aus dem tödlichen Unfall am Wochenende: Sie drosseln das zulässige Tempo ihrer Straßenbahnen an der Unglücks-Haltestelle.
Magdeburg (dpa/sa) - Nach dem tödlichen Unfall mit einer Straßenbahn ziehen die Magdeburger Verkehrsbetriebe Konsequenzen: Im Bereich der Unglücks-Haltestelle wird die zulässige Geschwindigkeit für Straßenbahnen nun auf zehn Kilometer pro Stunde begrenzt, wie ein Sprecher des Unternehmens der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zuvor hatte die "Volksstimme" berichtet.
Bei der neuen Regelung handle es sich um eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme als Reaktion auf das Unglück, das sich am Samstagabend in der Landeshauptstadt ereignet hatte. Bei dem Versuch, ihr Kind aus dem Gleisbett der Straßenbahn zu retten, war eine Frau ersten Ermittlungen der Polizei zufolge selbst auf die Schienen gestürzt und unter eine Bahn geraten. Sie erlitt dabei tödliche Verletzungen und starb noch am Unfallort.
2025 insgesamt 151 Straßenbahnunfälle in Magdeburg
Ohnehin gelte ein Tempolimit von 20 Kilometern pro Stunde in Haltestellen, so der Sprecher. In sensiblen Bereichen wie der Unfallstelle sei das Personal zusätzlich vorsichtig: "Unsere Fahrpersonale fahren dort ohnehin seit jeher besonders umsichtig, da es sich um einen Bereich mit hohem Fahrgastaufkommen und vielen Umsteigebeziehungen handelt", so der Sprecher weiter. Das Personal sei über die neue Temporegelung informiert worden. In den nächsten Tagen werde an der Oberleitung der betroffenen Haltestelle zudem ein Schild installiert.
Insgesamt sei es im vergangenen Jahr zu 151 Unfällen mit Straßenbahnen gekommen - darunter war auch ein tödlicher Unfall. Meist gehe es aber um kleinere Vorfälle, etwa Spiegelberührungen oder andere Bagatellschäden. Dabei liege die Unfallursache häufig außerhalb des Einflussbereichs der Straßenbahn.