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Sachsen-AnhaltTeenager bis Rentner: Opfer kämpfen mit Anschlagsfolgen

23.04.2026, 12:14 Uhr
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Nur eine Minute und vier Sekunden dauerte die Todesfahrt. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Ein Gutachter schildert Verletzungen, Verläufe und wie es den Opfern heute geht.

Magdeburg (dpa/sa) - Ein Teenager ist auf den Rollator angewiesen, ein einst aktiver, lebenslustiger Rentner ist pflegebedürftig - viele Verletzte des Anschlags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt sind in ihrem Leben dauerhaft eingeschränkt. Ein gerichtsmedizinischer Sachverständiger stellte im Landgericht Magdeburg Gutachten zu mehreren schwer verletzten Personen vor.

Der Teenager etwa habe bei dem Anschlag vielfältige Brüche und Verletzungen erlitten. Der Gutachter beschrieb ihn als schwerst beeinträchtigten jungen Menschen. Er habe Schmerzen beim Gehen, ein Bein sei verkürzt, es fehle ihm an Kraft und Gleichgewicht, maximal 50 Meter könne er ohne Rollator gehen. Einen Arm könne er nicht über die Horizontale hinaus heben.

Den Rentner habe ebenfalls diverse Verletzungen erlitten, darunter eine Hirnblutung. Er könne sein Leben nicht mehr selbstbestimmt führen, ihm fehle die zeitliche, örtliche und situative Orientierung, auch sei ein Gedächtnisverlust festzustellen. Außerdem habe der Mann eine x-förmige Fehlstellung eines Beines, brauche einen Rollator. Die Ehefrau des Verletzten hatte im März als Zeugin berichtet, sie seien bis zum Anschlag am 20. Dezember 2024 ein vielseitig interessiertes, aktives, reiselustiges Rentnerehepaar gewesen.

In der Folge des Anschlags vom 20. Dezember 2024 starben fünf Frauen und ein neunjähriger Junge. Mehr als 300 Menschen wurden teils schwerst verletzt.

Laut Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg lenkte der damals 50 Jahre alte Taleb Al-Abdulmohsen einen mehr als zwei Tonnen schweren und 340 PS starken Wagen etwa 350 Meter weit über den Weihnachtsmarkt. Er soll mit bis zu 48 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sein. Die Anklage wirft Taleb Al-Abdulmohsen unter anderem sechsfachen Mord und versuchten Mord in 338 Fällen vor.

Quelle: dpa

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