Sachsen-AnhaltUnternehmen in Sachsen-Anhalt sehen weiter keine Trendwende

Die Lage hat sich etwas aufgehellt, doch die Aussichten bleiben trüb. Sachsen-Anhalts Wirtschaft leidet weiter unter hohen Kosten, schwacher Nachfrage und Unsicherheit.
Halle/Magdeburg (dpa/sa) - Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt kommt laut einer Umfrage weiterhin nicht richtig in Schwung. Zwar hat sich die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen demnach im zweiten Quartal sowohl im Norden als auch im Süden des Landes etwas verbessert. Eine nachhaltige Trendwende sehen die Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau und Magdeburg jedoch nicht.
Die Lage im Süden des Landes
Im Süden des Landes habe sich die Lage gegenüber dem krisengeprägten Vorquartal etwas erholt, hieß es. Die IHK Halle-Dessau führt das vor allem auf zwischenzeitlich gesunkene Energiepreise und eine gewisse Entspannung der geopolitischen Lage zurück. Zugleich bestehen den Angaben zufolge strukturelle Probleme fort, die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich wieder deutlich verschlechtert.
"Die Unternehmen bewerten ihre Aussichten wieder pessimistischer. Neben der schwachen Nachfrage belasten vor allem die steigenden Kosten die Stimmung", sagte IHK-Konjunkturexperte Danny Bieräugel. Als zentrale Risiken nennen die Unternehmen unter anderem Energie- und Rohstoffpreise, Arbeitskosten sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.
Auch im Norden keine Erholung
Ein ähnliches Bild zeigt sich im Norden Sachsen-Anhalts. Im Bezirk der IHK Magdeburg bewerten 20 Prozent der Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, 25 Prozent als schlecht. Mehr als ein Drittel blickt pessimistisch in die Zukunft. "Von einer wirtschaftlichen Erholung kann damit nicht gesprochen werden", sagte IHK-Vizepräsident Nils Appelt.
Auch dort gehören hohe Energie- und Rohstoffpreise zu den am häufigsten genannten Risiken. Die Unsicherheit schlägt sich zudem auf die Investitionsbereitschaft nieder: Nur 13 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen ausweiten, 43 Prozent dagegen reduzieren.
Probleme ziehen sich durch viele Branchen
Im Süden zeigen sich die Belastungen in nahezu allen Branchen. In der Industrie bleibt die Auslastung vergleichsweise niedrig, im Bau fehlt es vor allem im Wohnungsbau an Nachfrage. Dienstleister leiden unter steigenden Arbeitskosten, im Handel drücken Konsumzurückhaltung und höhere Kosten auf die Geschäfte.
Die Kammern fordern deshalb Entlastungen für die Wirtschaft. Die Unternehmen bräuchten niedrigere Belastungen bei Energie- und Arbeitskosten sowie dauerhaft wettbewerbsfähige Standortbedingungen, betonte die IHK Halle-Dessau.