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SachsenAnteil der Ausländer auf Sachsens Arbeitsmarkt steigt

20.08.2026, 13:19 Uhr
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Die Zahl der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Sachsen ist deutlich gestiegen. Regional gibt es große Unterschiede. Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert Diskriminierung.

Kamenz (dpa/sn) - Auf dem sächsischen Arbeitsmarkt arbeiten immer mehr Ausländer. Ende 2025 hatten 9,4 Prozent der Beschäftigten eine ausländische Staatsbürgerschaft, wie das Landesamt für Statistik mitteilte. Die Zahl der Ausländer stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 7.644 Personen beziehungsweise 5,2 Prozent an.

Zuwachs von fast 60 Prozent seit 2020

Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Vergleich mit dem Jahr 2020. Da beträgt der Zuwachs fast 60 Prozent. Laut Statistik stieg die Zahl der Beschäftigten mit ausländischen Wurzeln binnen fünf Jahren um 57.085 an - um 31.457 Männer und 25.628 Frauen.

Die meisten Ausländer arbeiten in Leipzig

Regional hatten die meisten ausländischen Beschäftigten Ende 2025 ihren Arbeitsplatz in der Stadt Leipzig (21.748 Männer und 12.870 Frauen). In den Landkreisen war der Anteil in Görlitz an der Grenze zu Polen am größten (13,3 Prozent). Im Erzgebirge lag er dagegen bei 6,2 Prozent.

Schwerpunkte: Dienstleistungen, Verkehr, Gesundheitswesen

Nach Branchen betrachtet arbeiten Ausländer vor allem in den Bereichen wirtschaftliche Dienstleistungen, Verkehr und Lagerei, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Gastgewerbe. Innerhalb des produzierenden Gewerbes waren die Einsatzschwerpunkte das Baugewerbe, die Metallbranche sowie die Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken.

DGB: In vielen Branchen würde es ohne Ausländer düster aussehen

"In vielen Branchen würde es ohne ausländische Beschäftigte düster aussehen", kommentierte der sächsische DGB-Vize Ralf Hron die Zahlen. Bei den Beschäftigten aus den Nachbarländern Polen und Tschechien handele es sich häufig um Grenzgänger, die täglich nach Sachsen zur Arbeit pendeln.

"Als Gewerkschaften machen wir uns dafür stark, dass ausländische Beschäftigte gleichberechtigt Teil der Belegschaften sind und nicht von Diskriminierungen betroffen sind. Um Gleichbehandlung durchzusetzen, sind mehrsprachige Informationen und Beratung ein wichtiges Instrument. Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch einfordern", betonte Hron.

Ausländische Beschäftigte meist in der Grenzregion tätig

Nach Angaben der Bundesarbeitsagentur waren Ende 2025 Polen mit 27.937 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, Tschechien mit 15.795 und die Ukraine mit 12.840 die Hauptherkunftsländer. Im Landkreis Görlitz sind 7.986 Polen in einem solchen Job tätig, im Landkreis Bautzen 5.019. Der Erzgebirgskreis seht mit 3.270 Arbeitnehmer aus Tschechien zu Buche, im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind es 2.657.

DGB fordert ein Ende der Diskriminierung

"Sie arbeiten in Sachsen, zahlen in Sachsen in die Sozialversicherung und Steuern. Die Arbeitgeber sind dringend auf sie angewiesen. Umso ärgerlicher ist es, wenn wir feststellen müssen, dass ihre Löhne niedriger sind als die der anderen Beschäftigten, der Kündigungsschutz unterlaufen wird oder Arbeitsunfälle nicht gemeldet werden", kritisierte Hron. Diese Diskriminierung müsse enden.

Laut DGB liegt der Medianlohn von Vollzeitbeschäftigten aus Tschechien über 1.000 Euro monatlich unter dem von deutschen Beschäftigten, der von Beschäftigten aus Polen um rund 850 Euro. Der Median teilt die Einkommen exakt in zwei Hälften. 50 Prozent der Beschäftigten bekommen mehr als diesen Betrag, die andere Hälfte weniger.

Quelle: dpa

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