SachsenAntiziganismusbeauftragter sorgt sich um Roma in Chemnitz

Berlin (dpa/sn) - Nach einer sogenannten Aufklärungskampagne der rechtsextremen Partei Freie Sachsen über Roma in Chemnitz hat sich der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus eingeschaltet. "Das Pamphlet der sogenannten Freien Sachsen liest sich wie ein Aufruf zum Pogrom, ich mache mir große Sorgen um Leib und Leben der Betroffenen", erklärte der Bundesbeauftragte Mehmet Daimagüler am Donnerstag in Berlin. Er bat das sächsische Innenministerium um Schutz für die Roma in Chemnitz.
Die gemeinsame Ratsfraktion von Freien Sachsen und Pro Chemnitz hatte Ende September auf Immobilienkäufe von Roma in Chemnitz hingewiesen und von einer "dramatischen Entwicklung" gesprochen. "In einem Flugblatt fabulieren Rechtsextreme von einer bevorstehenden 'Übernahme' der Stadt und drucken mehrere Adressen der fraglichen Immobilien ab", kritisierte Daimagüler. Er habe die Behörden in Sachsen auf die bedrohliche Situation hingewiesen und gebeten, diese ernst zu nehmen. Nötig seien Schutzmaßnahmen und zum Beispiel auch Gefährderansprachen.
Der Sprecher der Stadt Chemnitz, Matthias Nowak, sagte auf Anfrage, es gebe diese sogenannte Aufklärungskampagne der rechtsextremen Fraktion. Der Stadtrat sei aber damit nicht befasst worden. Vor Ort seien bislang auch keine Zwischenfälle bekannt geworden.