SachsenBildungsminister will Schulabbrecherquote senken

In Sachsen-Anhalt verlässt fast jeder zehnte Schüler die Schule ohne Abschluss. Der Bildungsminister sieht Handlungsbedarf.
Magdeburg (dpa/sn) - Bildungsminister Jan Riedel (CDU) will erreichen, dass der Anteil an Schülern ohne Abschluss in Sachsen-Anhalt sinkt. "Wir müssen runter von der hohen Quote, nicht nur bei ausländischen Kindern", sagte Riedel der "Volksstimme". Dafür tue man einiges, etwa die Möglichkeit zum Hauptschulabschluss an der Förderschule und Investitionen in die Förderung von Zuwanderern. Mit der Anpassung der Standards für den Hauptschulabschluss wolle man jungen Menschen einen anerkannten Abschluss zu ermöglichen und sie nicht ohne Perspektive aus dem System zu entlassen.
Fast jeder zehnte Schüler in Sachsen-Anhalt verließ die Schule zuletzt, ohne einen Abschluss zu haben - der bundesweit schlechteste Wert. Unter Kindern aus dem Ausland lag der Anteil gar bei 38 Prozent.
Riedel bezeichnete den im Land besonders gravierenden Lehrermangel als eine der Ursachen für die hohe Abbrecherquote. Aus diesem Grund sah Riedel auch wenig Spielraum für mehr Inklusion in regulärem Unterricht statt des Fokus auf Förderschulen, wo die Quote bei fast der Hälfte liegt. "Für gelingende Inklusion braucht man einen ausreichenden Personalschlüssel und Team-Unterricht. Diese Möglichkeiten haben wir in der aktuellen Personallage aber in den allermeisten Fällen schlicht nicht."