SachsenCyberangriff auf SKD dauerte mehrere Tage

Unbekannte Hacker greifen die Kunstsammlungen Dresden tagelang an. Viele Fragen sind noch offen.
Dresden (dpa/sn) - Der Cyberangriff auf die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist möglicherweise schwerwiegender als bislang angenommen gewesen. Denn die Tat habe sich über einen Zeitraum von mehreren Tagen hingezogen - vom 17. bis 21. Januar. Das geht aus der Antwort des sächsischen Justizministeriums auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Rico Gebhardt (Linke) hervor.
Der "Tatort im Sinne des Handlungsortes des Täters oder der Täter ist unbekannt. Das Verfahren richtet sich gegen unbekannt und ist noch anhängig", hieß es weiter in der Antwort.
Gebhardt sieht deshalb die sächsischen Ermittlungsbehörden noch immer im Dunkeln tappen. "Einen konkreten Tatverdacht gegen bestimmte mögliche Beteiligte gibt es also nicht, und wohl auch keine heiße Spur zu ihrem Aufenthaltsort", sagte der Parlamentarier. Weitere Fragen nach Tathintergründen und -zusammenhängen - etwa zu einem geplanten Raub - würden abgeblockt. Auch Spekulationen über mögliche Drahtzieher im Ausland blieben offiziell unkommentiert, würden aber auch nicht bestritten.
Gebhardt kann Zurückhaltung der Behörden nachvollziehen
"Die Zurückhaltung verstehe ich. Denn die Ermittlungen laufen weiter und sind hoch angebunden; zuständig ist die Zentralstelle zur Bekämpfung von Cybercrime (ZCS) bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Sachsens oberster Strafverfolgungsbehörde", sagte Gebhardt. Sie ist unter anderem zuständig für Staatsschutzdelikte, Taten der Organisierten Kriminalität und Spionage.
Gebhardt hat keinen Zweifel, dass die Ermittlungen mit Hochdruck erfolgten. Allerdings zeige der Fall, dass es in "Sachsen Nachbesserungsbedarf gerade im Vorfeld dieses Kriminalitätsbereichs gibt". "Im Gleichlauf mit zunehmender Digitalisierung müssen staatliche Einrichtungen auf technischer Ebene gezielt ertüchtigt werden, damit sie Cyberangriffe abwehren können."