SachsenDehoga fordert Wochenarbeitszeit für alle Betriebe

Sachsens Gastwirte melden sich in der Debatte um den Achtstundentag zu Wort. Im Gesetzentwurf der Bundesregierung sehen sie ihre Branche benachteiligt.
Dresden (dpa/sn) - Die Pläne des Bundesarbeitsministeriums zur Wochenarbeitszeit sehen Sachsens Gastwirte wegen ihrer Bindung an einen Tarifvertrag kritisch. Für die große Mehrheit der Hotels und Gaststätten in Sachsen, die nicht tarifgebunden sind, ändere sich damit nichts, teilte der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Sachen mit. Der Verband fordert, den Entwurf zurückzuziehen und grundlegend neu zu fassen. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit müsse für alle Betriebe gelten.
Nach vorläufigen Plänen des Bundesarbeitsministeriums soll der gesetzlich verankerte Achtstundentag grundsätzlich unangetastet bleiben. Ausnahmeregeln in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen sollen demnach aber möglich sein, die statt einer täglichen eine wöchentliche Arbeitszeit festlegen. Im Jahresschnitt dürfte diese bei maximal 48 Stunden liegen.
Dehoga kritisiert Plan als Privileg für wenige
"Der Koalitionsvertrag hat allen Betrieben mehr Flexibilität versprochen", sagte Hauptgeschäftsführer Axel Klein laut Mitteilung. Jetzt werde aus einem Recht für alle ein Privileg für wenige, gerade kleine Gaststätten, Familienhotels, Landgasthöfe und inhabergeführte Betriebe gingen leer aus. "Das ist keine echte Flexibilisierung, sondern ein faktischer Zwang in tarifliche Strukturen durch die Hintertür."
Auch Beschäftigte würden sich mehr Selbstbestimmung wünschen, ergänzte der sächsische Dehoga-Präsident Jens Dzurny. "Gerade in Gastronomie und Hotellerie geht es um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit." Die geplante Tarifbindung schließe viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus. Der Verband setzt sich zudem gegen die geplante elektronische Arbeitszeiterfassung ein.