SachsenDresden macht auf Lage Obdachloser bei Hitze aufmerksam

40 Grad in Dresden: Für Obdachlose kann Hitze lebensbedrohlich sein. Die Stadt will mit Trinkwasserstellen und Schutzräumen das Risiko mindern und ersucht die Bevölkerung um Unterstützung.
Dresden (dpa/sn) - Die Stadt Dresden macht mit einer Kampagne auf die schwierige Situation Obdachloser bei Hitze aufmerksam. Die City-Light-Plakate tragen die Aufschrift "Schatten statt Straße. Dresden schaut hin!" und informieren über Hilfsangebote, teilte die Stadtverwaltung mit. Damit wolle man das Bewusstsein der Einwohner schärfen. 100 dieser Plakate sollen vom kommenden Dienstag bis 4. August zu sehen sein.
Dresden will Schutzräume für Hitze erweitern
"Hitze trifft Menschen ohne Obdach besonders hart und gefährdet ihre Gesundheit unmittelbar. Wir wollen nicht nur aufmerksam machen, sondern konkret helfen - und gleichzeitig die Dresdnerinnen und Dresdner ermutigen, hinzuschauen und Mitverantwortung zu übernehmen", erklärte Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Linke). Man setze alles daran, Schutzräume zu erweitern, Netzwerke für Hilfen zu verstärken und damit gemeinsam mit der Stadtgesellschaft Leben zu schützen.
Hitze bringt besonderes Risiko für Obdachlose mit sich
Ende Juni wurde in der Dresdner Neustadt mit mehr als 40 Grad Celsius ein neuer Temperaturrekord erreicht. "Solche Temperaturen belasten den Körper stark und können vor allem für obdachlose Menschen lebensgefährlich werden. Wer den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt ist, keinen Zugang zu kühlen Räumen hat oder zu wenig Wasser trinkt, ist bei großer Hitze besonders gefährdet", begründet die Stadt ihre Aktion.
Wohnungsnotfallhilfe auch bei Hitze geöffnet
Die Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe in Dresden stehen auch an heißen Tagen als Anlaufstellen zur Verfügung und bieten Schutz sowie praktische Hilfe. "Wir sind auch im Sommer mit unseren Angeboten erreichbar. Da die Hitze in den kommenden Jahren voraussichtlich zunehmen wird, wollen wir, ähnlich wie bei der Kältenothilfe, unsere Sommernothilfe weiter ausbauen", betonte Sozialamtsleiter Christian Knappe.
Auch mobile Streetwork-Teams als Ansprechpartner im Einsatz
Für obdachlose Menschen reichen allgemeine Verhaltenstipps bei Hitze oft nicht aus, hieß es. Dresden unterstütze deshalb mit öffentlichen Trinkwasserstellen und mobilen Streetwork-Teams. Auch Bürgerinnen und Bürger können helfen, indem sie obdachlose Menschen an heißen Tagen ansprechen, wenn diese offensichtlich Hilfe benötigen. Kostenloses Trinkwasser gebe es an mehreren Standorten im Stadtgebiet.
Die Plakataktion ergänzt die Winterkampagne "Bett statt Bank. Dresden schaut hin!", mit der die Landeshauptstadt jährlich vom 1. November bis 31. März auf Hilfsangebote für obdachlose Menschen in der kalten Jahreszeit aufmerksam macht.