SachsenGefahr in der Luft - Drohnensichtungen an Flughäfen

Drohnen können gefährlich für Flugzeuge werden. Trotz Verbots werden sie immer wieder im Umfeld von Flughäfen gesichtet. Wie ist die Lage an den sächsischen Airports?
Leipzig/Dresden (dpa/sn) - Rund um die sächsischen Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden haben im ersten Halbjahr 19 Mal Drohnen den Flugverkehr gestört. 18 unerlaubte Fluggeräte wurden am Leipziger Airport gesichtet, ein Fall ereignete sich in Dresden. Das teilte die Deutsche Flugsicherung (DFS) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
Die meisten Störungen gab es in den ersten sechs Monaten laut Drohnenreport der DFS am Berliner Flughafen mit 28 Fällen, gefolgt von Frankfurt (27) und Bremen (23).
Bundesweit registrierte die Flugsicherung 145 Behinderungen des Luftverkehrs durch unerlaubte Fluggeräte. 90 Prozent der Fälle ereigneten sich im Großraum von Flughäfen, obwohl Drohnenflüge in einem Radius von 1,5 Kilometern um Airports herum verboten sind.
"Der größte Anteil wird von den Piloten während des Fluges mitgeteilt, weitere Fälle durch die Tower-Lotsinnen und -Lotsen festgestellt", teilte DFS-Sprecher Marian Günther mit.
Komplette Sperrungen von Flughäfen möglich
Bewege sich eine Drohne direkt im An- und Abflugbereich, könnten die Piloten entweder die betroffene Bahn oder auch den gesamten Flughafen sperren. In der Regel dauere eine Sperrung mindestens 30 Minuten. Alle Maßnahmen würden eng mit dem Flughafen und der Polizei abgestimmt.
Eine Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ergab, dass Drohnenvorfälle im vergangenen Jahr Millionenkosten verursacht haben. 2025 hatte es gravierende Einschränkungen an den großen Drehkreuzen München und Frankfurt gegeben.
Laut der Studie wurden 2025 bundesweit 226 Vorkommnisse gemeldet. Davon führten 116 zu Voll- und Teilsperrungen an 25 Flughäfen. Die Kosten für den Luftverkehr beliefen sich auf geschätzt 60 Millionen Euro. Berücksichtige man Folgekosten aus Verzögerungen und gestörten Umläufen sowie Flugannullierungen wegen Drohnensichtungen, steige der Schaden auf bis zu 160 Millionen Euro.
Sachsens Polizei reagiert mit Spezialeinheit
Die sächsische Polizei hat auf die zunehmenden Drohenflüge reagiert und eine Koordinierungsstelle Spionage, Sabotage und Staatsterrorismus eingerichtet. Sie soll sich um Verdachtsfälle hybrider Bedrohungen kümmern.
Die Koordinierungsstelle hat nach Angaben des Landeskriminalamtes am 1. September 2025 ihre Arbeit aufgenommen. Seitdem seien in Sachsen laut Polizeistatistik 20 "sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge über Standorten von kritischen Infrastrukturen, militärischen Einrichtungen und Rüstungsunternehmen" registriert worden. Dazu zählten die Drohnensichtungen an den Flughäfen, aber zum Beispiel auch an Industrieanlagen.