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SachsenLandtag bei Yad-Vashem-Außenstelle in Sachsen einig

04.02.2026, 15:56 Uhr
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Der Sächsische Landtag ist selten einer Meinung. Doch eine Außenstelle der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem im Freistaat befürworten alle Fraktionen.

Dresden (dpa/sn) - Im Sächsischen Landtag haben sich alle Fraktionen für eine Außenstelle der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem im Freistaat ausgesprochen. In Sachsen ist dafür Leipzig im Gespräch. Yad Vashem möchte erstmals ein Bildungszentrum außerhalb Israels einrichten. Dass es nach Deutschland kommt, steht bereits fest.

Neben Sachsen sind Bayern und Nordrhein-Westfalen im Gespräch. Das hatten der Leiter der Gedenkstätte, Dani Dayan, und Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) im vergangenen September mitgeteilt. Eine Standortentscheidung soll im ersten Halbjahr 2026 fallen. Das Zentrum könnte zwei bis drei Jahre später die Arbeit aufnehmen.

"Nie wieder ist jetzt" zieht sich wie ein roter Faden durch Debatte

Mehrere Redner benutzten in einer von der SPD beantragten Debatte zu dem Bildungszentrum den Ausspruch "Nie wieder ist jetzt", um auf die Aktualität im Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus hinzuweisen. "Dieser Satz gehört zu den stärksten Versprechen unserer Geschichte", sagte Kultusminister Conrad Clemens (CDU). Er sei bis heute ein Auftrag für die Gegenwart.

"Wir leben in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder offen zutage tritt, in der Jüdinnen und Juden in unserem Land angefeindet, bedroht und angegriffen werden, in der demokratische Werte infrage gestellt, relativiert oder bewusst verächtlich gemacht werden", sagte Clemens. "Nie wieder" sei auch ein klarer Bildungsauftrag.

Clemens: Sachsen will und braucht das Yad-Vashem-Zentrum

"Wir sehen, dass wir in Sachsen viel tun, aber noch mehr tun müssen (...) Wir alle wollen ein Yad-Vashem-Bildungszentrum in Sachsen und wir müssen es so ehrlich sagen: Wir brauchen ein Yad-Vashem-Bildungszentrum in Sachsen."

Clemens zufolge ist das Zentrum eine riesengroße Chance, den Kampf gegen Antisemitismus zu stärken und zu schärfen - und zugleich ein sichtbares Bekenntnis gegen Antisemitismus, gegen Geschichtsvergessenheit und gegen jede Form von Relativierung der Schoah. "Und es wäre ein starkes Signal an kommende Generationen. Der Freistatt Sachsen ist bereit, seiner Verantwortung gerecht zu werden."

Quelle: dpa

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