Regionalnachrichten

SachsenLockerungen in Dresden: Fünf Regionen unter 100er-Inzidenz

17.05.2021, 14:59 Uhr
Ein-Schild-Biergarten-geoeffnet-steht-am-Elberadweg-und-wirbt-fuer-alkoholische-und-alkoholfreie-Getraenke
(Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild)

Erst Leipzig, nun Dresden - und bald könnten andere Regionen folgen. Angesichts deutlich sinkender Corona-Zahlen rücken Lockerungen vielerorts in greifbare Nähe - aber längst nicht überall.

Dresden (dpa/sn) - Die Infektionszahlen in Sachsen gehen zurück, Corona-Regeln werden entschärft: Nachdem Leipzig bereits als erste Stadt in Sachsen in der vergangenen Woche weitreichende Lockerungen ermöglicht hatte, folgt in dieser Woche Dresden. Wie die Landeshauptstadt am Montag mitteilte, werden die Corona-Maßnahmen ab Mittwoch (19. Mai) gelockert. Unter anderem dürfen dann die Biergärten und die Außengastronomie unter Auflagen öffnen.

Obendrein fallen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen weg, Kontaktbeschränkungen werden gelockert, Campingplätze dürfen öffnen und Ferienwohnungen können Besucher beherbergen. Auch Besuche in Museen, Bibliotheken, Kinos und Theaterstätten sind dann wieder möglich - mit Termin, Kontakterfassung und negativem Testergebnis. Bereits von Dienstag an wird der Wechselunterricht an den Grundschulen aufgehoben - die Schülerinnen und Schüler haben dann wieder Präsenzunterricht.

"Wir erreichen einen Meilenstein in der Pandemie-Bewältigung und sehen sprichwörtlich Licht am Ende des Tunnels der vergangenen, entbehrungsreichen Monate", sagte die für Gesundheit zuständige Bürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Linke). Zugleich rief sie die Bürger auf, verantwortungsvoll mit den Öffnungen umzugehen.

Bei stabilen Inzidenzwerten unter 100 greift statt der Bundesnotbremse die landesweite Verordnung. In Sachsen gilt die 5+2-Regel: Für Öffnungen muss die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt fünf Tag in Folge unter 100 liegen, dazu kommen zwei Vorbereitungstage. Dresden verbuchte am Montag laut Gesundheitsministerium eine Inzidenz von 82,6. Die Zahl gibt Auskunft über die Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

Für Sachsen gaben das Gesundheitsministerin sowie das Robert-Koch-Institut (RKI) zuletzt den Inzidenzwert mit 112,3 an - die Tendenz ist damit deutlich rückläufig. Binnen 24 Stunden wurden 228 neue Corona-Infektionen registriert. Allerdings ist möglich, dass wegen des Feiertags am Donnerstag bisher weniger Ämter ihre Daten weiterleiteten. Dennoch weist Sachsen weiter die zweithöchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland auf. Der Erzgebirgskreis ist mit 228,4 zusammen mit Schweinfurt (Bayern) bundesweiter Corona-Hotspot.

Laut Ministerium liegen noch sieben Landkreise - das Erzgebirge, Mittelsachsen, Görlitz, Zwickau, Sächsische Schweiz/Osterzgebirge, Meißen und Bautzen - sowie die Stadt Chemnitz über der 100er Marke. Fünf Gebiete unterschreiten inzwischen diese Schwelle: die Städte Leipzig (56,5) und Dresden (82,6) sowie Nordsachsen (81,4), der Vogtlandkreis (73,0) und der Landkreis Leipzig (94,1).

Angesichts sinkender Infektionszahlen kehren die Grundschulen im Vogtland sowie im Landkreis Nordsachsen ab Mittwoch in den eingeschränkten Regelbetrieb zurück. Damit gibt es wieder Präsenzunterricht in festen Klassen und Gruppen mit Hygieneauflagen.

Das regionale Bündnis "Freiberg für alle" rief zur gemeinsamen Anstrengung in der Corona-Pandemie auf. Diese sei ein "gigantischer Kraftakt" der Gesellschaft, "zu dem jede und jeder Einzelne einen Beitrag leisten muss", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Appell des privaten Netzwerks für Demokratie und Toleranz. "Es geht nur miteinander." Die langersehnte Rückkehr zur Normalität gelinge nur, "wenn wir weiter solidarisch miteinander umgehen".

© dpa-infocom, dpa:210517-99-632452/5

Regionales