SachsenProzess nach Messerangriff in Dresdner Straßenbahn beginnt

Ein 20-Jähriger will Frauen in der Straßenbahn schützen – und wird brutal attackiert. Einer der mutmaßlichen Angreifer hat die Tat zum Teil gestanden. Nun beginnt der Prozess.
Dresden (dpa/sn) - Wegen des Messerangriffs auf einen US-Amerikaner in einer Dresdner Straßenbahn müssen sich ein 21-Jähriger und ein 22-Jähriger verantworten. Der Prozess wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzung begann acht Monate nach der Tat am Landgericht Dresden.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, in der Nacht zum 24. August 2025 einen damals 20-jährigen US-Amerikaner in einer Straßenbahn am Neustädter Markt angegriffen zu haben. Er ging laut vorherigen Angaben dazwischen, als die beiden Männer Frauen in der Bahn belästigten.
20-Jähriger mit bleibenden Narben im Gesicht
Der 22-Jährige schlug laut Anklage zunächst auf den US-Amerikaner ein und verletzte ihn dabei im Gesicht. Kurz danach kam demnach der zweite Angreifer hinzu und fügte ihm mit einem Messer tiefe Schnittverletzungen an Lippe, Nase und Mund zu. Der junge Mann wurde operiert. Seine Narben bleiben dauerhaft sichtbar.
Den angeklagten Syrern legt die Staatsanwaltschaft zudem zehn weitere Straftaten zur Last. Dabei handelt es sich unter anderem um mehrere zum Teil gefährliche Körperverletzungen. Bei einem der Beschuldigten kommt ein besonders schwerer räuberischer Diebstahl hinzu.
Urteil Anfang Mai erwartet
Beide sind geringfügig vorbestraft und befinden sich weiter in Untersuchungshaft. Der 22-Jährige ist teilweise geständig, der 21-Jährige machte bislang keine Angaben.
Weil es sich bei den Angeklagten um Heranwachsende handelt, wird vor einer Jugendkammer verhandelt. Drei weitere Verhandlungstermine sind geplant. Das Urteil soll voraussichtlich am 7. Mai fallen.