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SachsenRohstoffsuche aus der Luft: Neues Verfahren am Gottesberg

21.08.2026, 13:37 Uhr
Forscher-der-Bergakademie-Freiberg-setzen-mit-Partnern-aus-Wirtschaft-und-Wissenschaft-ein-neues-Verfahren-zur-Erkundung-von-Lagerstaetten-aus-der-Luft-erstmals-im-Erzgebirge-ein
(Foto: Sebastian Münster/dpa)

Mit einem Hubschrauber und Drohnen wollen Forscher im Erzgebirge aus der Luft eine Zinn-Lagerstätte weit unter der Erde erkunden. Wie das geht und wo die neue Methode zum Einsatz kommt.

Muldenhammer/Freiberg (dpa/sn) - Bei der Erkundung von Erzlagerstätten setzen Forscher und Unternehmen erstmals im Erzgebirge auf ein neues Verfahren aus der Luft. Dazu werden im September am Gottesberg in Muldenhammer (Vogtlandkreis) ein Hubschrauber und Spezialdrohnen eingesetzt, informiert die Bergakademie Freiberg. Ziel sei es, ein möglichst genaues 3D-Modell der dort bekannten Zinn-Lagerstätten zu erstellen.

Das Verfahren nutze elektrische Signale leitfähiger Erz-Körper, die durch am Boden verlegte Stromkabel angeregt werden, heißt es. Sie werden von einer Sonde mit hochsensiblen Magnetfeldsensoren am Hubschrauber empfangen. So ließen sich elektrische Eigenschaften von Sedimenten und Gesteinen über große Gebiete bis in 1.000 Metern Tiefe erfassen.

Hubschrauber statt Bohrung - neue Methode zur Rohstofferkundung

"Das Erzgebirge ist mit Bohrungen und geochemischen Daten punktuell schon gut erkundet, allerdings fehlt es an dreidimensionalen Modellen besonders für große Tiefen", erklärt Thomas Günther, Professor für Angewandte Geophysik an der TU Bergakademie Freiberg. "Die können indirekt über die Verteilung von Leitfähigkeiten gewonnen werden und damit bessere Berechnungsgrundlagen und Bohransatzpunkte für Bergbauunternehmen liefern."

Die Semi-Airborne-Elektromagnetik genannte Methode sei schon in Vorgängerprojekten in Schweden, Spanien, Namibia und im Harz erprobt worden. Im Erzgebirge komme sie nun zum ersten Mal zum Einsatz. Ziel sei es, das Verfahren von der Forschung in die industrielle Praxis zu überführen.

Seinen reichen Erzvorkommen verdankt das Erzgebirge seinen Namen. Nachdem der Erzbergbau weitgehend verschwunden ist, geraten Lagerstätten in der Region aber wieder verstärkt in den Blick. Dabei geht es etwa um Lithium und Zinn. Am Gottesberg selbst sucht das Freiberger Unternehmen Saxore nach Zinnvorkommen. Das Unternehmen geht laut der letzten Schätzung dort von rund 37 Millionen Tonnen Erz mit etwa 90.900 Tonnen Zinn aus, die wirtschaftlich abgebaut werden könnten.

Quelle: dpa

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