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Thüringen"Schneise der Verwüstung" - Aufräumen nach Unwetterschäden

21.08.2026, 14:03 Uhr
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Nach dem folgenschweren Unwetter muss vieles verdaut und aufgeräumt werden. Wie es im stark betroffenen Landkreis Gotha und andernorts weitergeht.

Georgenthal/Ohrdruf (dpa/th) - Die Folgen der schweren Unwetter mit einem Toten und etlichen Schäden beschäftigen die Menschen in Thüringen vielerorts weiter. Im besonders getroffenen Landkreis Gotha sei der Gesamtschaden noch nicht überall erfasst, sagte der Büroleiter des Landrats, Clemens Naumann. Straßen seien zwar weitgehend freigeräumt, aber die Aufräumarbeiten würden noch Wochen andauern.

Und: Erst kürzlich seien die Aufräumarbeiten nach einem starken Unwetter mit Hagel im Landkreis abgeschlossen worden. Dabei sei das Unwetter im Juli wohl nicht einmal in der Größenordnung gewesen wie das aktuelle, so Naumann.

Bei den laufenden Arbeiten gehe es nun zuerst darum, Verkehrssicherheit herzustellen: Bäume, die nach dem Unwetter am Mittwochabend umzustürzen drohen, oder herabhängende Äste sollten entfernt werden, damit sich die Menschen wieder ohne Gefahr draußen bewegen könnten. Am Morgen nach dem Unwetter war in der Landgemeinde Georgenthal ein Familienvater auf dem Weg zum Kindergarten von herabstürzenden Baumteilen getroffen und gestorben.

"Übersteigt, was ich an Unwetter miterleben musste"

Der Bürgermeister von Ohrdruf, Stefan Schambach (SPD), sprach mit Blick auf die Schäden von einer "Schneise der Verwüstung". Er betonte: "Hundert Bäume sind umgebrochen, andere wurden regelrecht gerupft und sind verdreht."

Aktuell werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Stromversorgung für die schätzungsweise 15 Haushalte wieder herzustellen, die seit dem Unwetter vom Netz abgeschnitten sind. Umstürzende Bäume hatten Freileitungen heruntergerissen. Wichtig sei auch, die Gebäude zu sichern, deren Dächer beschädigt wurden.

Im Stadtwald seien 10.000 Festmeter Holz als Windbruch zu verzeichnen. Die Stellen im Forst, wo der Sturm im Forst sichtbar gewütet hat, sollten gemieden werden. "Das übersteigt das, was ich in den Jahren als Bürgermeister an Unwetter miterleben musste", fasste Schambach zusammen.

Schlosspark weiter gesperrt

Auch der Schlosspark Altenstein bei Bad Liebenstein im Wartburgkreis wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Anlage ist daher vorerst für Besucher gesperrt. Aber auch dort müsse der genaue Schadensumfang gerade mit Blick auf den Baumbestand noch erfasst werden, sagte Anke Pennekamp, Mitarbeiterin in der Pressestelle der Stiftung. Unter anderem seien Wege derart stark ausgespült worden, dass diese wieder gefestigt werden müssten, um weitere Ausspülungen bei nächsten Schauern zu verhindern.

Zwar gebe es im Haushalt der Stiftung ein Budget für die Parkpflege, doch darin seien bislang nicht die finanziellen Folgen von Starkregenereignissen berücksichtigt. Auch langfristige Auswirkungen des Klimawandels würden bislang nicht im regulären Haushalt abgebildet. Der Park gilt mit seinen rund 160 Hektar als einer der größten Landschaftsparks in Thüringen.

Quelle: dpa

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