Mecklenburg-VorpommernEhemann gesteht Kokain-Schmuggel auf Segeljacht

Ein Kokaintransport als langer Segeltörn über den Atlantik getarnt? Ein Plan, der schiefging. Ein älteres Ehepaar aus dem Raum Rostock steht deshalb vor Gericht. Wie lief die Schmuggelaktion ab?
Rostock (dpa/mv) - Im Prozess um einen gescheiterten Kokaintransport über den Atlantik per Segeljacht gegen ein Paar aus dem Raum Rostock hat der Ehemann ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der 59-Jährige bestätigte vor dem Rostocker Landgericht frühere Aussagen, wonach er rund 264 Kilogramm Kokain auf einer rund 15 Meter langen Jacht versteckte, um damit von Kolumbien nach Europa zu segeln. Seine 67-jährige Ehefrau war mit an Bord, habe davon aber nichts gewusst, so der Angeklagte.
Simuliertes Motorproblem
Was der Mann vor Gericht aussagte, klingt abenteuerlich. Auf dem Segeltörn sollte er das Rauschgift in die Nordsee in die Nähe von Deutschland bringen. Dort sollte er dann - wie mit den Auftraggebern abgesprochen - ein Motorproblem simulieren. Jemand aus dem "Netzwerk" der Mafia hätte ihn und seine mitreisende Frau (67) dann an Land gebracht und das Boot samt Kokain übernommen.
Millionen Euro teures Kokain
Die Transportpläne gingen allerdings nicht auf. Die Segeljacht wurde im August vorigen Jahres von der portugiesischen Polizei im Atlantik in der Nähe der Azoren gestoppt. Die Beamten stellten die Drogen mit einem geschätzten Schwarzmarktwert von rund 15 Millionen Euro sicher und nahmen das Ehepaar fest, das später nach Deutschland überführt wurde.
Der Mann stand schon länger im Visier deutscher Ermittler. Er hatte sich nach eigenen Angaben wegen seiner Schulden mit der kolumbianischen Drogenmafia eingelassen.