SachsenSachsen baut 4.600 Lehrerstellen ab

Weniger Schüler, weniger Lehrer: Ab 2032 beginnt der Stellenabbau an Sachsens Schulen. Der Kultusminister will jedoch die Fehler der Vergangenheit vermeiden. Dafür soll ein eingeplanter Puffer sorgen.
Dresden (dpa/sn) - Bis 2040 soll es in Sachsen wegen der sinkenden Schülerzahlen 4.600 Lehrkräfte weniger geben. 25.600 Lehrerinnen und Lehrer werden dann laut neuer Prognose nach benötigt. Bis zum Schuljahr 2031/2032 soll das Niveau stabil bleiben, sagte Kultusminister Conrad Clemens (CDU) bei der Vorstellung der Zahlen in Dresden. Erst danach soll der Stellenabbau beginnen.
Man wolle dabei nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen, betonte Clemens. "Das heißt, wir wollen nicht spitz abrechnen." Der vorhergesagte Rückgang der Schülerzahl um 20 Prozent vom Schuljahr 2031/2032 bis 2040/2041 wird demnach nicht eins zu eins auf die Anzahl der Lehrkräfte abgebildet. Die Berechnung beinhaltet demnach bereits einen Puffer.
Zusätzliche Unterrichtsstunden sollen für Puffer sorgen
Geplant sind Maßnahmen, die die Bildungsqualität an den sächsischen Schulen stärken. Dazu zählt eine zusätzliche Stunde Sachunterricht in der Klassenstufe 3 ab dem kommenden Schuljahr und eine dritte Sportstunde in Klassenstufe 4 ab 2027/2028. An Schulen mit Primarstufe ist ab 2028/2029 eine Stunde individuelle Förderung mit Fokus auf sprachliche Kompetenzen geplant. Angekündigt ist ab 2028/2029 auch eine sogenannte Klassenstunde für Organisationsfragen.
Die Lehrerbedarfsprognose richtet sich nach der im Dezember veröffentlichten Schülerprognose des Statistischen Landesamtes. Im Schuljahr 2040/2041 werden in Sachsen demnach rund 80.000 weniger Kinder und Jugendliche eine Schule besuchen als heute. Statt wie aktuell mit rund 440.000 rechnet das Statistische Landesamt dann nur noch mit 337.450 bis 367.500 Schülern.
Schulschließungen nicht ausgeschlossen
Die Schließung einzelner Schulen aufgrund des Stellenabbaus ist laut Clemens nicht ausgeschlossen, soll aber so weit möglich vermieden werden. "Ich möchte kein rigoroses Schulschließen wiederholen, wie es um die Jahrtausendwende war", so Clemens. "Im Moment gehen wir davon aus, dass wir das dezentrale Schulnetz weitestgehend erhalten können." Entscheidungen über Schließungen sollen die Kommunen vor Ort treffen.