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Nordrhein-WestfalenWüst wirbt für NRW-Partnerschaft mit Schlesien

19.05.2026, 15:31 Uhr
NRW-und-Schlesien-sind-seit-mehr-als-25-Jahren-partnerschaftlich-verbunden

Fußball, Philharmonie, Schauspiel – prominente Gesichter geben der NRW-Schlesien-Partnerschaft neuen Schwung. Auch im Zeichen des Ukraine-Kriegs wollen NRW und Schlesien enger zusammenarbeiten.

Kattowitz (dpa/lnw) - Angesichts des seit mehr als vier Jahre andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wollen Nordrhein-Westfalen und Schlesien ihre Partnerschaft neu beleben. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) lotete am Dienstag zum Auftakt seiner Polen-Reise bei Gesprächen in Kattowitz neue Kooperationsmöglichkeiten aus.

Das bevölkerungsreichste Bundesland und die polnische Region - beides industriell und vom Kohleabbau geprägte Regionen - sind seit gut 25 Jahren in einer Regionalpartnerschaft verbunden.

Wüst unterstrich die wachsende Bedeutung der Krisensicherheit im Gesundheitswesen und bei der Energieversorgung sowie die Cybersicherheit. "Auch hier können unsere Regionen voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln", sagte er. Polen grenzt sowohl an die Ukraine als auch an Russland.

Das bundesweite Thema der Stärkung der Widerstandskraft Deutschlands und Fähigkeit zur Bewältigung von Katastrophenlagen spielte auch bei Wüsts Reise eine wichtige Rolle. So wollte der CDU-Politiker mit Vertretern des Universitätsklinikums Münster das polnische Stanisław Sakiel Burn Treatment Center, eine der führenden Spezialkliniken für Brandverletzungen in Mittel- und Osteuropa besuchen und eine Zusammenarbeit prüfen. Angesichts des Ukraine-Kriegs mit vielen auch zivilen Brandopfern leisten solch hochspezialisierte Zentren einen wichtigen Beitrag zur Versorgung schwer verletzter Menschen.

Prominente sollen Partnerschaft stärken

Neuen Schwung in die Partnerschaft mit Schlesien soll auch eine besondere Botschafter-Initiative der NRW-Landesregierung bringen. Dafür wurden etwa der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten, Carsten Cramer, die Intendantin der Kölner Philharmonie, Ewa Bogusz-Moore und der Schauspieler Mateusz Dopieralski ("Vito Bambino") gewonnen. Alle drei haben persönliche Verbindungen nach Schlesien. Als Botschafter sollen sie und weitere Persönlichkeiten wie die Künstlerin Alice Musiol und der frühere Staatsminister Prof. Christoph Zöpel die Partnerschaft zwischen NRW und der polnischen Region künftig neu beleben.

Die Abgesandten aus Sport und Kultur begleiteten Wüst nach Kattowitz. "Partnerschaft entsteht nicht durch Verträge allein, sondern durch Begegnung, Vertrauen und gemeinsame Verantwortung", so der NRW-Regierungschef.

Die EU auch regional stärken

Wüst traf in Kattowitz am Dienstag zunächst den Marschall Schlesiens, Woijiech Saluga, zu einem bilateralen Austausch. Anschließend waren Gespräche im Format des sogenannten regionalen Weimarer Dreiecks zwischen NRW, Schlesien und der französischen Region Hauts-de-France geplant. Das auf Bundesebene 1991 gegründete Weimarer Dreieck ist ein politisches Kooperationsformat zwischen Deutschland, Frankreich und Polen zur Stärkung der europäischen Integration. "Denn starke Regionen sind ein starkes Fundament für ein geeintes und handlungsfähiges Europa", sagte Wüst.

NRW ist seit vielen Jahren mit Polen eng verbunden. Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland leben rund 800.000 Menschen mit polnischen Wurzeln.

Am Mittwoch besucht Wüst erstmals das ehemalige deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Quelle: dpa

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