SachsenSachsen will via Bundesrat Fahrschulausbildung modernisieren

Sie ist viel zu teuer und dauert viel zu lange. Die Rede ist von der Fahrschulausbildung in Deutschland. Sachsen fordert nun mehr Tempo vom Bund für eine Reform.
Dresden (dpa/sn) - Sachsen will über eine Bundesratsinitiative die Fahrschulausbildung in Deutschland modernisieren. In erster Linie geht es darum, die Kosten zu dämpfen. Der Führerschein sei sehr teuer geworden und dauere sehr lange, sagte Verkehrsministerin Regina Kraushaar (CDU) nach der Kabinettssitzung in Dresden. Der Führerschein dürfe nicht vom Geldbeutel abhängen.
Verkehrssicherheit soll Maßstab bleiben
"Der Führerschein ist für viele junge Menschen, gerade im ländlichen Raum, keine Option, sondern Voraussetzung für Ausbildung, Arbeit, Familie und Freizeit", betonte Kraushaar. Die Bundesratsinitiative setze dort an, wo Kosten entstünden. "Wir brauchen weniger Wiederholungen, weniger Leerlauf, und wir brauchen deutlich mehr Planbarkeit wie auch klare Qualitätsstandards." Sachsen verspreche sich einen deutlichen Schub von digitalen Lernformen. Der Maßstab bleibe aber die Verkehrssicherheit.
Sachsen fordert moderne Standards für Ausbildung
Sachsen fordert mit der Initiative Tempo und Klarheit vom Bund. Aus den bisherigen Eckpunkten müsse rasch ein Referentenentwurf folgen, hieß es. Auch Fahrschulen und Fahrschüler brauchten schnell Klarheit, was sich ändert. Für die Ausbildung selbst fordert Sachsen moderne Standards. Theorie, Praxis und selbstständiges Lernen müssten besser verzahnt werden, sagte Kraushaar.
Prüfungen sollen schon mit 16 Jahren möglich sein
Nach Angaben von Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) ist Sachsen zudem dafür, dass Prüfungen schon mit 16 Jahren möglich sind. Er stellte auch einen Bezug zum Arbeitsmarkt her. "Für viele Betriebe ist Mobilität eine Voraussetzung, um Ausbildung und Arbeit überhaupt zu ermöglichen - im Handwerk, in der Pflege oder in der Logistik."
Viele Fahrlehrer in Sachsen sind schon älter als 65 Jahre
Kraushaar zufolge gibt es in Sachsen derzeit 554 Fahrschulen, 409 im eher ländlichen Raum, 145 in den drei kreisfreien Städten. Insgesamt seien rund 2.200 Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer erfasst, etwa ein Viertel davon schon älter als 65. Die Durchfallrate sei hoch und liege in der Theorieprüfung bei 44 Prozent und in der Praxis bei 40 Prozent. In Sachsen kostet der Führerschein im Schnitt rund 3.300 Euro.
Kraushaar stellte aber auch klar: "Wer den Führerschein braucht, sollte jetzt nicht auf eine vermeintlich billigere Zukunft hoffen. Es ist keine Reform per Zuruf."