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Sachsen Sächsischer Landtag segnet Glücksspielstaatsvertrag 2021 ab

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Dresden (dpa/sn) - Der Sächsische Landtag hat am Mittwoch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 beschlossen. Innenminister Roland Wöller (CDU) verteidigte das Vertragswerk, auf das sich die Regierungschef der Länder nach jahrelangen Verhandlungen bereits geeinigt hatten. Der Vertrag sei eine "gute Nachricht für Anbieter und Spieler": "Wir kanalisieren den natürlichen Spieltrieb in geordnete Bahnen. Wir verbessern den Spielerschutz, und wir bekämpfen den bestehenden Schwarzmarkt." Das grundsätzliche Internetverbot bleibe bestehen, werde aber gelockert. Der Vertrag gestatte daher virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele. Zudem würden im Sport Live-Ereigniswetten erlaubt und damit auch die "Wette auf das nächste Tor".

Wöller verwies auf Passagen zum Schutz der Spieler. Pro Monat dürften bei allen Anbietern insgesamt maximal 1000 Euro eingezahlt werden. Anbieter im Internet müssten auf eigene Kosten ein automatisiertes System zur Früherkennung von Spielsucht einführen und ein Safe- Server-System einrichten, das der Aufsichtsbehörde alle erforderlichen Daten zur Verfügung stellt.

Kritik gab es nicht nur von den Linken. Das Gesetz sei ein Schlag ins Gesicht derer, die an Spielsucht erkrankt seien, sagte die Abgeordnete Kerstin Köditz (Linke). Albrecht Pallas (SPD) regte an, sich mehr auf die "Verlierer des Glückspiels" zu konzentrieren und forderte eine bessere Prävention für Spielsucht. Durch den Lockdown hätten sich die Zeiten, die Spieler mit Online-Gaming verbringen, erhöht. Es gebe aber die Hoffnung, mit der Legalisierung einen Bereich "aus der Grauzone zu holen zu bändigen". Dass die Betreiber der Spiele oft auf Malta oder in China sitzen, mache die Überwachung nicht leichter.

© dpa-infocom, dpa:210324-99-955155/2

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