Regionalnachrichten

SachsenSchweinehalter drängen auf Unterstützung

05.03.2026, 12:02 Uhr
Torsten-Krawczyk-Praesident-des-Saechsischen-Landesbauernverbandes-warnt-vor-einem-weiteren-Rueckgang-von-Schweinebetrieben-in-Sachsen

Sachsens Schweinehalter schlagen Alarm: Immer mehr Betriebe schließen, Investitionen ins Tierwohl würden zur Belastung. Dem Landwirtschaftsminister geben sie Forderungen an die Hand.

Weinböhla (dpa/sn) - Sachsens Schweinehalter drängen auf Unterstützung, um die Zukunft der heimischen Fleischproduktion zu sichern. "Unsere Schweinehalter sind bereit, in Tierwohl, Klimaschutz und moderne Stalltechnik zu investieren", sagt Torsten Krawczyk, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes, beim sächsischen Bauerntag in Weinböhla. "Was sie nicht mehr tragen können, sind ständig neue Auflagen ohne wirtschaftliche Perspektive."

Verband: Immer weniger Schweinehalter in Sachsen

Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe ist laut Verband in Sachsen seit 2015 um rund ein Drittel gesunken. Grund sind demnach Investitionen, die infolge verschärfter Anforderungen, etwa beim Tierschutz, nötig wurden. Die Höfe mussten ihre Ställe um- und teilweise neu bauen. Wenn die Politik nicht gegensteuere, verliere Sachsen weitere Betriebe, mahnte Krawczyk.

Die Gesetzeslage für Altanlagen kritisiert der Verband als unverhältnismäßig. Für einen Bürokratieabbau brauche es eine einheitliche digitale Struktur zur Erfassung der Daten über Betriebe und Produktion. Gleichzeitig müsse die heimische Schweineproduktion mit einer klaren Kennzeichnung der Herkunft gestärkt werden.

Gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Schweinehalter Sachsen und der Erzeugergemeinschaft Qualitätsfleisch Taubenheim übergab der Bauernverband ein Forderungspapier an Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU). Man erwarte, dass er die Forderungen bei der Agrarministerkonferenz, die vom 18. bis 20. März im bayrischen Bad Reichenhall stattfindet, mit Nachdruck einbringe.

Landwirtschaftsminister will sich für Anpassungen einsetzen

Von Breitenbuch signalisierte den Tierhaltern ein Entgegenkommen. "Was bei uns nicht mehr da ist, ist in Spanien", sagte der Landwirtschaftsminister. Das sei angesichts des dortigen Wassermangels verrückt. Unter anderem bei den Haltungsstufen will sich der Landwirtschaftsminister für Anpassungen einsetzen.

Er kündigte zudem an, die Gebühren für die Fleischbeschau zu halbieren. Die Kosten für die Umsetzung liegen demnach bei einer Million Euro. "Wir sind auf dem Weg und suchen jetzt das Geld", sicherte von Breitenbuch zu.

Quelle: dpa

Regionales